Coronavirus: Ausnahme-Regelungen für die Versorgung mit Heilmitteln

Aufgrund der Coronavirus-Pandemie gibt es Sonderregelungen für die Versorgung mit Heilmitteln, um Patienten, Arztpraxen und Therapeuten zu entlasten. Dadurch kann die Erbringung der Therapie flexibler gestaltet werden, um unnötige Arztkontakte zu vermeiden.

Empfehlungen der Kassenverbände auf Bundesebene aktualisiert

Die Empfehlungen für den Heilmittelbereich aufgrund des Ausbruchs von SARS-CoV-2 (Corona) wurden am 5. Mai 2020 aktualisiert.

Leistungserbringer können im Zeitraum vom 5. Mai bis 30. September 2020 einen pauschalen Ausgleich für die notwendigen Hygieneartikel (Mundschutz etc.) bei der Abrechnung der Verordnungen in Höhe von 1,50 Euro je Verordnung abrechnen. Das regelt die jetzt in Kraft getretene „COVID-19-Versorgungsstrukturen-Schutzverordnung“ (§ 2 Absatz 7). Für diesen pauschalen Ausgleich ist ausschließlich die neue Positionsnummer X9944 für alle Heilmittelbereiche zu verwenden. Bei Teilabrechnungen erfolgt die Abrechnung der Positionsnummer X9944 einmalig mit der Schlussrechnung.

Die Positionsnummer X9944 kann in dem Zeitraum vom 5. Mai bis 30. September 2020 unter Anwendung der vertraglichen Regelungen der aktuell gültigen Verträge nach § 125 Absatz 2 in der bis zum 10. Mai 2019 geltenden Fassung mit den jeweiligen Krankenkassen abgerechnet werden. Für die Abrechnung der Position ist der Tag der letzten Behandlung innerhalb einer Verordnung im Rahmen der Rechnungsstellung anzugeben.

Die Position kann nur für Verordnungen abgerechnet werden, die im Zeitraum 5. Mai bis 30. September 2020 erstmals zur Rechnungsstellung eingereicht werden. Für Verordnungen die vor dem 5. Mai 2020 zur Abrechnung mit der Krankenkasse eingereicht wurden erfolgt keine Nachberechnung.

Des Weitern erfolgten folgende Klarstellungen in den aktualisierten Empfehlungen:

  • Für bereits erbrachte Leistungen ist eine Teilabrechnung nur noch bis zum 31. Mai 2020 möglich (Rechnungseingang bei der Krankenkasse).
  • Leistungserbringer können bei nicht richtlinienkonform ausgestellten Heilmittelverordnungen die notwendigen Änderungen beziehungsweise Ergänzungen selbst vornehmen. Das gilt ab dem Verordnungsdatum vom 18. Februar 2020.

Weiteren Inhalt der Empfehlungen

Die Empfehlung hat die Möglichkeiten für telemedizinische Leistungen in vielen Heilmittelbereichen erweitert, sofern dies aus therapeutischer Sicht sinnvoll ist.

Bei Heilmittel-Verordnungen, die nach dem 18. Februar 2020 ausgestellt worden sind, muss die Behandlung nach den neuen Regelungen nicht mehr innerhalb von 14 Tagen (bzw. 28 Tagen im Falle von Podologie und Ernährungstherapie) beginnen. Außerdem kann die Behandlung für einen längeren Zeitraum unterbrochen werden, wenn zum Beispiel der Patient wegen der Coronavirus-Pandemie seine Termine nicht wahrnehmen kann oder will oder wenn der Therapeut nicht zur Verfügung steht. Normalerweise dürfen zwischen den Behandlungsterminen nur 14 Tage liegen. Jetzt verzichten die Krankenkassen darauf, die Einhaltung dieser Frist zu prüfen. Dies gilt für alle Rezepte, bei denen die letzte Behandlung vor der Unterbrechung nach dem 17. Februar erfolgte.

Empfehlungen der Kassenverbände auf Bundesebene für den Heilmittelbereich aufgrund des Ausbruchs von SARS-CoV-2 (Corona)
Stand 05.05.2020