Keuchhusten-Impfung in der Schwangerschaft wird Kassenleistung

(20.05.20) Frauen können während der Schwangerschaft eine Impfung gegen Keuchhusten (Pertussis) als Leistung der gesetzlichen Krankenkassen erhalten. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beschlossen. Damit setzt der G-BA eine Empfehlung der beim Robert Koch-Institut (RKI) angesiedelten Ständigen Impfkommission (STIKO) von März 2020 um.

Neben Schwangeren haben auch Menschen aus dem direkten Umfeld des Neugeborenen Anspruch auf eine Pertussis-Impfung. Dies betrifft Familienmitglieder, betreuende Personen sowie Menschen, die zum engen Freundeskreis zählen und dadurch Kontakt zum Neugeborenen haben. Das hat der G-BA durch eine Ergänzung der Schutzimpfungs-Richtlinie klargestellt.

Der Beschluss zur Änderung der Schutzimpfungs-Richtlinie wird dem Bundesministerium für Gesundheit zur Prüfung vorgelegt und tritt nach Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft.

Hintergrund: Impfung gegen Keuchhusten erst ab zwei Monaten möglich

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts ist Pertussis trotz hoher Impfquoten bei Kindern weltweit eine häufige Erkrankung. Eine Impfung ist erst ab dem Alter von zwei Monaten möglich. Erst nach zwei bis drei Impfstoffdosen wird ein ausreichender Schutz aufgebaut. In Deutschland treten nach Angaben des RKI bei Säuglingen bis zum Alter von drei Monaten rund 200 Erkrankungen jährlich auf, mit einem oftmals schweren Verlauf.

Wie das RKI mitteilt, führt eine Impfung während der Schwangerschaft zu hohen Antikörperkonzentrationen bei der werdenden Mutter und dem Neugeborenen. Studien zufolge erkranken Säuglinge von Müttern, die in ihrer Schwangerschaft eine Pertussis-Impfung erhalten hatten, deutlich seltener an Keuchhusten als Säuglinge von Müttern, die keine Impfung während der Schwangerschaft erhalten hatten.

Die bisherige Empfehlung zur Pertussis-Impfung der STIKO richtete sich an Frauen im gebärfähigen Alter.

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