DRG

Krankenhaus-Verhandlungen basieren auf dem DRG-Entgeltsystem. Hierbei werden zwei Ebenen unterschieden:

  1. Ebene der Einzelhausverhandlungen: Die Vertragsparteien auf individueller Krankenhausebene, das sind die Krankenkassen mit einem Belegungsanteil von mehr als fünf Prozent in einem Krankenhaus und das einzelne Krankenhaus beziehungsweise der Krankenhausträger, vereinbaren unter Beachtung des Versorgungauftrags Leistungsmenge und -struktur des Krankenhauses. Zusammen mit der Preiskomponente Landesbasisfallwert wird ein Erlösbudget für voll- und teilstationäre DRG-Leistungen sowie eine Erlössumme für krankenhausindividuelle Entgelte und sonstige Leistungen vereinbart. Zu den sonstigen Leistungen gehören beispielsweise Neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden (NUB). Relevant ist dabei auch die Vielzahl der zwischen den Vertragsparteien zu vereinbarenden Zu- und Abschläge.
  2. Ebene der Landesbasisfallwertverhandlungen: Die Vertragsparteien auf Landesebene, das sind die Landesverbände der Krankenkassen und die Landeskrankenhausgesellschaft, vereinbaren jährlich einen landesweit geltenden Basisfallwert (Landesbasisfallwert) und legen dabei bestimmte Tatbestände wie Leistungs- und Kostenentwicklung zugrunde.

Themen der Krankenhaus-Verhandlungen auf Basis der DRG

Psychiatrische Krankenhäuser und psychiatrische Fachabteilungen führen ihre Entgeltverhandlungen derzeit auf Basis der Bundespflegesatzverordnung (BPflV). Auch für diese soll ab dem Jahr 2013 ein neues leistungsorientiertes Entgeltsystem eingeführt werden.

Hintergrund

2003 konnten Krankenhäuser erstmals ihr Budget nach dem neuen DRG-Fallpauschalensystem verhandeln. Diese Option nahmen über 1.000 Krankenhäuser wahr. Der Umstieg war zunächst freiwillig. Im Pflichtjahr 2004 mussten damit noch etwa 800 Häuser das neue Abrechnungssystem einführen.

In beiden Jahren der Einführung des neuen Entgeltsystems gab es eine budgetneutrale Ausgestaltung. Die Krankenhausbudgets wurden noch nach altem Recht, der Bundespflegesatzverordnung, verhandelt. Die Höhe der Fallpauschale hatte noch keinen Einfluss auf das vereinbarte Budget. Daran schloss sich 2005 die Konvergenzphase an, in der sich die Basisfallwerte der einzelnen Häuser sukzessive bis zunächst Ende 2008 in vorgegebenen Prozentschritten an einen einheitlichen Landesbasisfallwert annähern mussten.

Mit dem Krankenhausfinanzierungsreformgesetz (KHRG) wurde die Konvergenzphase bis Ende 2009 verlängert. Die Verlängerung erfolgte über einen Zu- beziehungsweise Abschlag auf den Landesbasisfallwert. Die endgültige Angleichung der krankenhausindividuellen Budgets an den Landesbasisfallwert erfolgte 2010. Seitdem gelten landeseinheitliche Preise für die Vergütung der stationären Leistungen.

Seit 2010 findet eine Angleichung der Landesbasisfallwerte an einen Wertkorridor von -1,25 bis +2,5 Prozent um einen einheitlichen Bundesbasisfallwert statt.