Transplantationszentren

Transplantationszentren sind Krankenhäuser oder Einrichtungen an Krankenhäusern, die für die Übertragung von Organen verstorbener Spender sowie für die Entnahme und Übertragung von Organen lebender Spender zugelassen sind (§ 10 Abs. 1 TPG). Welche Krankenhäuser Leistungen der Transplantation bei welchen Organen (Transplantationsprogramme) erbringen dürfen, legen die Bundesländer in ihren Krankenhausplänen fest. Dabei haben sie die Schwerpunkte beziehungsweise Zentren so zu bilden, dass eine bedarfsgerechte, leistungsfähige und wirtschaftliche Versorgung gewährleistet sowie die erforderliche Qualität der Organübertragung sichergestellt sind.

In Deutschland bieten 47 Kliniken Organtransplantationen an (Stand: November 2013). Dabei haben sich einige auf einzelne Organe spezialisiert, andere bieten eine breite Palette an, sodass es insgesamt 140 organspezifische Transplantationsprogramme gibt, und zwar für Niere, Herz, Leber, Lunge, Pankreas und Dünndarm.

  1. Aufgaben
  2. Unterstützung für Transplantationszentren
  3. Finanzierung
  4. Qualitätssicherung
  5. Aufsichtsgremien

 

Aufgaben

Nach dem Willen des Gesetzgebers erfüllen Transplantationszentren folgende Aufgaben. Sie

  • führen Listen mit Patienten, die auf ein Organ warten und geben die Wartelistendaten an die Vermittlungsstelle weiter.
  • entscheiden, ob ein Patient auf die Warteliste kommt oder aus der Liste genommen wird. Ihre Entscheidung über die Aufnahme eines Patienten in die Warteliste müssen die Transplantationszentren nach Regeln treffen, die dem medizinischen Erkenntnisstand entsprechen und in den Richtlinien der Bundesärztekammer definiert sind. Ausschlaggebend sollen hierbei die Notwendigkeit und Erfolgsaussicht einer Organübertragung sein.
  • müssen die Regelungen zur Organentnahme und -vermittlung aus den Verträgen mit der Koordinierungs- und der Vermittlungsstelle einhalten.
  • sind verpflichtet, vor der Organentnahme festzustellen, ob die Spender- und Organcharakterisierung ordnungsgemäß erfolgt ist und dokumentiert wurde, und ob die Organe regelgerecht konserviert und transportiert wurden.
  • müssen alle Transplantationen dokumentieren, um die Rückverfolgung der Organe vom Empfänger zum Spender zu ermöglichen, sowie die erfolgten Lebendorganspenden aufzeichnen.
  • müssen gesetzliche Maßnahmen zur Qualitätssicherung durchführen, unter anderem um einen Vergleich mit anderen Transplantationszentren zu ermöglichen.
  • übernehmen die Betreuung, die Vor- und Nachsorge von Organlebendspendern und Organtransplantierten. Das gilt auch für die erforderliche psychische Betreuung.
  • sorgen dafür, dass die Transplantation von Organen in einem Operationssaal erfolgt, der dem Stand der medizinischen Wissenschaft und Technik entspricht.
  • sind für die Qualifizierung des eingesetzten medizinischen Personals verantwortlich.
  • arbeiten mit den Entnahmekliniken, der Koordinierungsstelle und der Vermittlungsstelle zusammen (§ 11 Abs. 4 TPG).
  • erstellen jährlich Berichte über ihre Tätigkeit und übermitteln diese an die Deutsche Stiftung Organspende. (§ 11 Abs. 5 TPG).

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Unterstützung für Transplantationszentren

Insbesondere die Koordinierungs- und die Vermittlungsstelle unterstützen die Transplantationszentren bei ihrer Arbeit. Die Organisationen halten für die Kliniken umfangreiches Informations- und Arbeitsmaterial zu den Themen Wartelistenführung, Organspende und Organvermittlung bereit und benennen bei Fragen kompetente Ansprechpartner in der jeweiligen Region.

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Aufsichtsgremien

Aufsicht über die Transplantationszentren bei ihrer Tätigkeit nach dem TPG haben die Prüfungs- und die Überwachungskommission sowie die für die Krankenhausplanung zuständigen Landesbehörden.

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