Notfallversorgung: Zu- und Abschläge stehen fest

(27.12.18) Die Vertreter der Kliniken und Krankenkassen auf Bundesebene haben sich auf gestaffelte Zuschläge für die Teilnahme der Krankenhäuser an der Notfallversorgung geeinigt. Die Finanzierung sieht nun drei Pauschalen vor, deren Höhe von den vorgehaltenen Strukturen am Standort abhängt. Die Vereinbarung, die die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) mit dem GKV-Spitzenverband geschlossen hat, bezieht sich unmittelbar auf den Beschluss des Gemeinsamen Bundesauschusses (GBA) zum gestuften Notfallkonzept.

Jeder Klinikstandort erhält für die Teilnahme an der Erwachsenennotfallversorgung entweder 153.000 Euro (Basisnotfallversorgung), 459.000 Euro (Erweiterte Notfallversorgung) oder 688.500 Euro (Umfassende Notfallversorgung). Das gesamte Finanzierungsvolumen liegt bei 295 Millionen Euro. Abgerechnet wird der Zuschlag fallbezogen.  Die Einstufung der Standorte in die jeweilige Versorgungsstufe soll erstmals 2019 auf Ortsebene und für das gesamte Vereinbarungsjahr erfolgen.

Darüber hinaus haben die Vertragsparteien besondere Regelungen für die Finanzierung spezieller Module getroffen.

  • Notfallversorgung von Kindern

    Die Kindernotfallversorgung ist analog zu den allgemeinen Notfallstufen in Basis-, erweiterte und umfassende Notfallversorgung gegliedert. Für die Teilnahme am Modul gibt es einen pauschalen Zuschlag, der sich nach dem Anteil der Patienten unter 18 Jahren bei Krankenhausaufnahme an allen vollstationären Fällen bemisst.
  • Schwerverletztenversorgung

    Für Kliniken, die im Sinne des GBA-Beschlusses Schwerverletzte versorgen, sollen die Vertragspartner auf Ortsebene eine jährliche Zuschlagspauschale entsprechend der Stufe erweiterten Notfallversorgung vereinbaren – sofern das Krankenhaus nicht die Anforderungen an die erweiterte oder die umfassende Notfallstufe erfüllt.
  • Schlaganfallversorgung / Durchblutungsstörungen am Herzen

    Krankenhäuser, die im Sinne des GBA-Beschlusses Schlaganfallpatienten oder Patienten mit Durchblutungsstörung versorgen, erhalten einen Zuschlag, der sich nach dem prozentualen Anteil der vollstationären Fälle bemisst, die im vorangegangenen Vereinbarungsjahr in einer Stroke Unit oder in einer Chest Pain Unit behandelt wurden. Ausgeschlossen ist die gleichzeitige Teilnahme an einer der allgemeinen Notfallstufen.
  • Spezialversorgung

    Spezialversorger im Sinne des GBA-Beschlusses erhalten keine Zuschläge für die Teilnahme an der Notfallversorgung, sie werden aber auch nicht mit Abschlägen für die Nichtteilnahme belegt.

Die Abschlagssumme für Krankenhäuser, die nicht an der Notfallversorgung teilnehmen, steigt in Höhe eines Inflationsausgleichs von 50 auf 60 Euro je Fall.

Weitere Informationen:
Gestuftes Konzept zur Notfallversorgung beschlossen
Zu- und Abschläge im Rahmen von Krankenhausverhandlungen