ASV-Richtlinie zur Hämophilie in Kraft getreten

(16.07.19) Patienten mit der seltenen Bluterkrankheit Hämophilie können jetzt im Rahmen der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) behandelt werden. Seit dem 4. Juli 2019 ist die entsprechende Anlage der ASV-Richtlinie in Kraft.

Die ASV umfasst mit dem aktuellen Beschluss zwölf Indikationen. 2014 war die ASV mit der Indikation Tuberkulose gestartet worden. Zielgruppe sind Patienten, die an einer seltenen oder schweren Erkrankung mit besonderem Krankheitsverlauf leiden. An der ASV können sowohl niedergelassene Ärzte als auch Klinikärzte teilnehmen.

ASV-Kernteam für Hämophilie

Im ASV-Kernteam zur Behandlung von Patienten mit Hämophilie müssen Internisten und Transfusionsmediziner mit der Zusatzweiterbildung Hämostaseologie sowie Orthopäden vertreten sein. Sofern Kinder und Jugendliche behandelt werden, ist zusätzlich ein Kinder- und Jugendmediziner mit Zusatzweiterbildung Hämostaseologie zu benennen. Zudem muss das Kernteam mindestens 30 Patienten mit schwerer Hämophilie pro Jahr behandeln. Mit dem Inkfrafttreten der Anlage zur Hämophilie in der ASV-Richtlinie können Teams jetzt den zuständigen Landesbehörden ihre Teilnahme an der ASV anzeigen.

Bei der Hämophilie, auch bekannt unter dem Namen „Bluterkrankheit“, ist die Gerinnungsfähigkeit des Blutes teils deutlich vermindert. Es kommt zu Blutungen unterschiedlicher Schwere, auch ohne äußere Einwirkungen wie beispielsweise Verletzungen. Diese Blutungen treten nicht nur im Bereich der Haut, sondern beispielsweise auch in Gelenken und Muskeln auf.  Die Erkrankung tritt vor allem bei Männern auf. Nach Angaben des G-BA sind in Deutschland schätzungsweise 10.000 Menschen von Hämophilie betroffen.

Übergangsfrist für Angebote zur ambulanten Behandlung im Krankenhaus

Schon bisher war eine ambulante Behandlung von Hämophilie im Krankenhaus möglich. Grundlage ist die Richtlinie „Ambulante Behandlung im Krankenhaus“. Mit Inkrafttreten der neuen ASV-Regelungen beginnt die Übergangsfrist für diese Angebote. Die bereits erteilten Bescheide für eine ambulante Behandlung im Krankenhaus enden – ohne eine explizite Aufhebung der Landesbehörden – spätestens drei Jahre, nachdem der Beschluss des G-BA für die jeweilige Erkrankung in Kraft getreten ist.

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