Newsletter Versorgungsmanagement

Informationen zu den Versorgungsverträgen der AOK PLUS in Thüringen

HzV: Im Gespräch - Dr. Manfred Heimbrodt

Das Hausarztprinzip gelebt hat Dr. Manfred Heimbrodt in seiner Gothaer Praxis schon immer. Für seine Patienten war und ist er damit der erste Ansprechpartner. Trotzdem hat er sich entschieden, an der Hausarztzentrierten Versorgung teilzunehmen. Wir haben nachgefragt, warum:

"Die Teilnahme am Vertrag macht den Patienten viel intensiver bewusst, dass es sinnvoll ist, die Erstbehandlung dem Hausarzt zu überlassen und sich nicht direkt an die Fachärzte zu wenden. Das gibt mir die Möglichkeit, die Versorgung für die Patienten sinnvoll und effizient zu gestalten. Ich nehme mir die Zeit, meinen Patienten die Hausarztzentrierte Versorgung ausführlich zu erläutern. Es ist wichtig, dass sie verstehen, warum die Koordination aus einer Hand Vorteile bringt. Häufige Arztwechsel führen nun einmal zu nicht notwendigen Doppeluntersuchungen, einer nicht abgestimmten Arzneimitteltherapie und vermeidbaren Kosten durch die Behandlung von Bagatellangelegenheiten beim Spezialisten.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass nach den Gesprächen die meisten Patienten einer Teilnahme an der HzV positiv gegenüber stehen und mich bewusst als ihren Behandlungslotsen‘ wählen. Sie bringen mir damit großes Vertrauen entgegen. Man kann also durchaus sagen, dass der Vertrag das Arzt-Patienten-Verhältnis stärkt. Nicht unerwähnt bleiben sollte auch, dass die Hausarztzentrierte Versorgung einen Baustein zur finanziellen Absicherung der Hausarztpraxen in Thüringen darstellt. Durch die Betreuung der Patienten, innerhalb der Hausarztzentrierten Versorgung, lässt sich ein zusätzliches Honorar erwirtschaften. Die Umsetzung des Vertrages erfolgt relativ bürokratiearm und die AOK PLUS steht mit ihren Arztberatern als verlässlicher Partner zur Seite. Kurz um, ich kann meinen Kollegen die Teilnahme an der HzV nur empfehlen."

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Lohnt sich die Teilnahme an der Hausarztzentrierten Versorgung in Thüringen?

Die Belastung der Hausärzte in Thüringen ist schon jetzt sehr hoch. Während ein deutscher Allgemeinmediziner durchschnittlich 800 Patienten im Quartal behandelt, sind es in Thüringen 1.000 bis 1.050 Patienten, wie die KVT kürzlich mitteilte. Trotzdem haben sich bereits 418 Hausärzte für eine Teilnahme an der Hausarztzentrierten Versorgung in Thüringen entschieden. Sie koordinieren die Behandlung für etwa 43.000 AOK-Patienten und nehmen den zusätzlichen Arbeitsaufwand, den diese Vertragsteilnahme mit sich bringt, in Kauf. Aufgaben des Hausarztes im Rahmen des Vertrages sind zum Beispiel:

  • Information der Patienten über HzV-THR
  • Unterstützung bei Einschreibung der Patienten
  • Behandlung und Koordinierung der Versorgung der teilnehmenden Patienten
  • Konsequente Behandlung nach aktuellen evidenzbasierten Leitlinien
  • Vermeidung von Doppeluntersuchungen und Förderung ambulanter Operationen
  • Dokumentation aller für die Diagnostik und Therapie vorliegenden Befunde
  • Erstellung eines schriftlichen Medikationsplanes für chronisch Kranke
  • Beratung der Patienten zu Vorsorge- und Früherkennungsmaßnahmen inkl. Erhebung des Impfstatus einmal im Jahr und ggf. Durchführung/Veranlassung entsprechender
    Maßnahmen
  • Bereitschaft zur Durchführung von Hausbesuchen
  • Hilfe bei der schnellen Vermittlung von Facharztterminen in medizinisch begründeten
    dringenden Fällen
  • Einführung eines Qualitätsmanagements in der Hausarztpraxis
  • Laufende Fortbildung und Teilnahme an Qualitätszirkeln
  • Teilnahme an einer Evaluation der HzV THR.

Für diese besondere Betreuung der AOK-Patienten bekommen die Ärzte natürlich ein entsprechendes Honorar. Außerdem kann eine Nicht-ärztliche Praxisassistentin (VERAH) in der Praxis unterstützend eingesetzt werden. Die VERAH übernimmt arztentlastende Aufgaben und unterstützt bei der Sicherstellung einer umfassenden Patientenbetreuung. Um die dauerhafte Fortführung des Vertrages zu gewährleisten, haben die Vertragspartner eine Flächendeckung der teilnehmenden Ärzte vereinbart. In Zahlen bedeutet dies, dass bis zum 31. Oktober 2011 620 Ärzte an der HzV THR teilnehmen müssen. Noch ist dies nicht erreicht. Vor allen in den Kreisen Altenburger Land, Saale-Orla-Kreis,Ilm-Kreis, Kyffhäuserkreis und Nordhausen werden Hausärzte gesucht. Wir würden uns freuen, wenn auch Sie sich zur Teilnahme entscheiden könnten.

Eine HzV-Teilnahmeerklärung können Sie bei der KV Thüringen erhalten. Wünschen Sie umfangreichere Informationen, können Sie bei der AOK-PLUS unter den Telefonnummern 03737 790 - 67133, - 67134 und - 67135 ein Informationspaket abfordern.

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HzV: Vertragsanpassung

Um den teilnehmenden Hausärzten die Umsetzung der HzV in ihrer Praxis zu erleichtern und den vertragsbedingten Verwaltungsaufwand zu verringern, ist der Einsatz einer sogenannten Softwarespezifikation und damit eine Vertragsanpassung der Anlage 1 geplant. Bisher hat die Firma InterComponentWare AG diese Softwarespezifikation den Herrstellern der Arzt-Informationsysteme (AIS) zur Verfügung gestellt. Nun übernimmt die IT-Initiative der AOK gevko (Gesundheit-Versorgung-Kommunikation) diesen Part. Die von gevko erstellte Spezifikation beinhaltet eine Schnittstelle, um die Vertragsinhalte der HzV THR in Ihr AIS zu integrieren. Sie ergänzt damit Ihre bestehende Software. Die Bedienung erfolgt auf der gewohnten Oberfläche Ihres AIS. Die elektronische Umsetzung der Vertragsinhalte hat für Sie eine Reihe von Vorteilen. Sie unterstützt z. B. die Teilnehmerverwaltung und das Verordnungsmanagement. Ansprechpartner für den Bezug der Software ist Ihr Softwarehaus, das Sie bereits im Rahmen der AIS betreut. Informationen zur gevko finden Sie unter www.gevko.de.

Außerdem sollte in den Vertrag auch das KV-SafeNet aufgenommen werden. Hierbei handelt es sich um eine online-Anbindung an die KVT, die zusätzlich zur normalen online-Anbindung (KVTOP) installiert wurde. Das KV-SafeNet bietet Ihnen u. a. die Möglichkeit, mit weiteren Ärzten online in Kontakt zu treten, beispielsweise um Befunde oder Facharztberichte auszutauschen. Die Übermittlung der Abrechnungsdaten an die KVT ist über KV-SafeNet natürlich ebenfalls möglich. Gleichfalls wird durch die AOK PLUS angestrebt, die Anlage 4 des Vertrages anzupassen. Die durch die Landesärztekammer Thüringen zugelassene Nicht-ärztliche Praxisassistentin hat die gleiche Ausbildung wie eine VERAH. Daher sollte die gleichberechtigte Aufnahme in den Vertrag erfolgen. So könnte der Hausarzt zwischen zwei arztunterstützenden Assistentinnen wählen.

Durch die angestrebte Vertragsanpassung ist vorgesehen die ICD-10 Schlüssel anzupassen. Alle Änderungen basieren auf der Weiterentwicklung des ICD-10 Kataloges und sehen gleichwertige ICD-10 Schlüssel entsprechend der ersten Version vor. Diese Änderungen betreffen die Anlage 10 des Vertrages. Bei Fragen zur Umsetzung der Vertragsanpassung stehen wir Ihnen unter Tel. 0361 65323-81384 gern zur Verfügung.

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Abrechnungsziffern des HzV-Vertrages

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Erste Ergebnisse beim Screening auf Gestationsdiabetes

Die AOK PLUS bietet ihren schwangeren Versicherten schon seit über anderthalb Jahren in Sachsen und seit fast einem Jahr in Thüringen ein kostenloses Screening auf Gestationsdiabetes an. Durch die Kostenübernahme für den sonst als IGEL angebotenen Test, soll dieser Diabetes möglichst frühzeitig erkannt werden. Eine rechtzeitig eingeleitete Behandlung kann die normale Entwicklung des Embryos gewährleisten und die Mutter vor den Folgen der Erkrankung schützen.

Die Evaluation des Screenings generiert außerdem Daten, anhand derer der Gemeinsame Bundesausschuss das Angebot und seine mögliche Aufnahme als Kassenleistung in die Mutterschaftsrichtlinie erneut bewertet. Für Sachsen liegen nun erste Evaluations-Ergebnisse vor. Danach kommt ein Gestationsdiabetes bis zu zehnmal häufiger vor, als es in der Perinatalerhebung erfasst ist. Umso wichtiger ist es, dass möglichst viele Gynäkologen den Test anbieten. Obwohl die Durchführung einfach ist, liegt die Teilnehmerquote in Sachsen bisher nur bei 57 Prozent. Die Leistung kann durch Gynäkologen in Sachsen und in Thüringen auf KV-Karte erbracht werden. Ein aufwändiges Einschreibeverfahren von Arzt und Patientin ist nicht erforderlich.

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Verordnungseinschränkung bei Harn- und Blutzuckerteststreifen

Harn- und Blutzuckerteststreifen können künftig nur noch für Typ 2 - Diabetiker verordnet werden, die mit Insulin behandelt werden. Diese Entscheidung traf der Gemeinsame Bundesausschuss im März 2011. Sie wurde vom Gesundheitsministerium nicht beanstandet und tritt zu Beginn des übernächsten Quartals, am 1. Oktober 2011, in Kraft. Nur bei Vorliegen einer instabilen Stoffwechsellage kann der behandelnde Arzt eine begrenzte Anzahl an Teststreifen verordnen. Eine solche instabile Stoffwechsellage kann bei interkurrenten Erkrankungen und Ersteinstellung oder Therapieumstellung bei oralen Antidiabetika mit hohem Hypoglykämierisiko eintreten. Dabei ist die instabile Stoffwechsellage jedoch kein Dauerzustand, so dass die Verordnung auf maximal 50 Teststreifen pro Behandlungssituation beschränkt werden kann. Diese Ausnahme wird im Beschluss berücksichtigt.

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Herzkranke bei der AOK PLUS bestens versorgt

Der aktuelle Evaluationsbericht zum DMP KHK in Thüringen belegt, dass sich mit Teilnahme an diesem Behandlungsprogramm nicht nur die medizinischen Werte herzkranker Patienten verbessern, sondern auch die Lebensqualität. Das bestätigen drei unabhängige Forschungsinstitute, die Daten von mehr als 41.150 DMP-Teilnehmern der AOK PLUS aus den Jahren 2004 bis 2009 ausgewertet haben. Je länger die Patienten am Programm teilnehmen, desto weniger Folgeerkrankungen und Schmerzsymptome treten auf und die Blutdruckwerte bessern sich tendenziell. Damit wurde erneut bestätigt, dass auch das DMP KHK in Thüringen wirkt. Die AOK PLUS nutzt diese Erkenntnisse für die Weiterentwicklung und Verbesserung des Programms.

Fazit:

  • Der Anteil der Hypertoniker, unter den teilnehmenden Versicherten, sank im Berichtszeitraum von durchschnittlich 54 auf 39 %.
  • Die Fälle neu auftretender akuter Koronarsyndrome sinken von durchschnittlich 4 % im Einschreibejahr auf durchschnittlich 2,4 % in weiteren Teilnahmejahren.
  • Der Anteil der Patienten ohne Herzschmerzen (Angina pectoris) stieg von ca. 40 % auf knapp 67 %.
  • Im ersten Halbjahr nach Teilnahmebeginn stellten 25 % der Patienten das Rauchen ein, im weiteren Verlauf bis durchschnittlich 40 %.
  • • Der Blutdruck der DMP-Teilnehmer hat sich im Berichtszeitraum tendenziell leicht verbessert. Der obere (systolische) Wert sank von durchschnittlich 137 auf knapp 135 mmHg und der untere (diastolische) Wert von 80 auf 79 mmHg.
  • Ärzte verordneten bei mehr als 70 % der Teilnehmer sogenannte Beta-Blocker, die Herzpatienten nachweislich helfen.

Die Berichte im Detail sind im Gesundheitspartner-Portal der AOK PLUS nachlesbar.

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