Der Innovationsfonds

Der Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) fördert mit dem Innovationsfonds neue Versorgungsformen und versorgungsbezogene Forschungsprojekte innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung. Das Programm soll insbesondere zur Verbesserung der sektorenübergreifenden Versorgung in Deutschland beitragen.

Der Innovationsausschuss hat am 16. Oktober über die Förderung weiterer Projekte entschieden. Insgesamt erhalten 31 innovative Vorhaben im Bereich der neuen Versorgungsformen finanzielle Unterstützung, darunter fünf Projekte zur Weiterentwicklung der sektorunabhängigen Versorgung, vier Modelle, die die regionale Gesundheitsversorgung stärken sollen, und sieben telemedizinische Versorgungsnetzwerke stationärer und ambulanter Einrichtungen. Die Projektträger hatten sich auf die Förderbekanntmachung vom 19. Oktober 2018 beworben. Eine Liste mit den Förderprojekten hat der G-BA Anfang November auf seiner Webseite veröffentlicht.

Im August 2019 hatte der Ausschuss die Förderung weiterer Projekte zur Versorgungsforschung beschlossen. Eine entsprechende Liste hat der G-BA Anfang September veröffentlicht. Auf die fünf Förderbekanntmachungen vom Herbst 2018 waren insgesamt 197 Projektanträge eingegangen. Zur themenspezifischen Versorgungsforschung können insgesamt 19 neue Projekte gefördert werden. Im themenoffenen Bereich werden künftig 34 weitere Projekte gefördert. Zur Weiterentwicklung und Evaluation der Richtlinie ambulante spezialfachärztliche Versorgung nach § 116b SGB V sowie zur Evaluation von Selektivverträgen wurde über je ein Projekt positiv beschieden. Für die Weiterentwicklung und Evaluation der Psychotherapie-Richtlinie werden vier Projekte gefördert.

So funktioniert das Verfahren

Der Innovationsausschuss veröffentlicht regelmäßig Förderbekanntmachungen, auf die sich Antragsteller innerhalb der vorgegebenen Frist bewerben können. Die Förderbekanntmachungen sind sortiert nach der Förderung neuer Versorgungsformen und der Förderung von Versorgungsforschung. Mit ihren Projekten können sich insbesondere Krankenkassen, Ärzteverbünde, Hochschulkliniken und Allgemeinkrankenhäuser sowie Universitäten und Forschungsinstitute bewerben. Bei einem Förderantrag aus dem Bereich neue Versorgungsformen soll im Regelfall eine Krankenkasse beteiligt sein. Außerdem muss eine wissenschaftliche Begleitung und Auswertung erfolgen. Themen, zu denen Förderanträge möglich sind, finden sich auf der Website des G-BA. Alle wichtigen Informationen für Antragsteller sind auf den Service-Seiten des G-BA zusammengefasst, dort finden sich auch Zahlen und Fakten zur bisherigen Bilanz des Fonds. Zudem pflegt der G-BA eine Übersicht mit sämtlichen geförderten Projekten:

Informationen zu den geförderten Projekten

Hintergrund zum Innovationsfonds

Der Innovationsfonds enthält für die Jahre 2016 bis 2019 jeweils bis zu 300 Millionen Euro jährlich. Geschäftsfähige Personen und Personengesellschaften können sich also – idealerweise unter Beteiligung einer Krankenkasse – um insgesamt bis zu 1,2 Milliarden Euro an Fördergeldern bewerben. Seit 2016 werden jährlich bis zu 225 Millionen Euro an Modelle für neue Versorgungsformen ausgeschüttet, 75 Millionen Euro fließen in die Forschung. Für das Förderverfahren ist der beim GBA angesiedelte Innovationsausschuss zuständig, der bei der Begutachtung durch einen Expertenbeirat unterstützt wird. Die Finanzmittel für den Fonds werden von den gesetzlichen Krankenkassen und aus dem Gesundheitsfonds getragen. Die Verwaltung der Mittel liegt beim Bundesversicherungsamt.

Die Auflage eines Innovationsfonds zur Förderung innovativer sektorenübergreifender Versorgungsformen und der Versorgungsforschung war bereits in der Koalitionsvereinbarung der Regierung Ende 2013 angekündigt worden. Die Umsetzung erfolgte mit dem GKV-Versorgungsstärkungsgesetz. Die wesentlichen Regelungen finden sich in den Paragrafen 92 a und 92b SGB V. Anfang Februar 2018 hat die große Koalition beschlossen, den Innovationsfonds über das Jahr 2019 hinaus fortzusetzen.

Broschüre "Der Innovationsfonds im Überblick"

FAQ: Häufige Fragen zum Antragsverfahren