Neues Impf-Schema für Pneumo- und Meningokokken

Masernimpfung

(03.09.15) Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts (RKI) hat einige ihrer Empfehlungen zum Immunschutz von Kindern und Reisenden geändert. Die Neuerungen basieren auf aktuellen Studienergebnissen, die das Institut in den kommenden Ausgaben seines Epidemiologischen Bulletins (Ausgaben 35 bis 37) ausführlich begründen wird. Sie betreffen das Impfschema für die Pneumokokken-Impfung im Säuglings- und Kleinkindalter, die Meningokokken-B-Impfung, die Gelbfieber-Impfung und die passive Immunisierung gegen Windpocken. Demnach sollen Säuglinge bei der Pneumokokken-Impfung künftig nur noch drei statt wie bisher vier Dosen des entsprechenden Impfstoffs erhalten. Zur Begründung beruft sich das RKI auf neue Daten zur Wirksamkeit des Impfstoffs bei Reifgeborenen. Für frühgeborene Kinder (Geburt vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche) bleibt die STIKO mit ihrer Empfehlung beim sogenannten Drei-plus-Eins-Schema, das bisher für alle Kinder galt.

Meningokokken-B-Impfung nur bedingt wirksam

Eine Impfung gegen Meningokokken B empfiehlt die Kommission nur als Indikationsimpfung für Personen mit spezifischen Grundkrankheiten und nach individueller Risikoabschätzung. Gegen Meningokokken der Serogruppe B ist in Deutschland seit Dezember 2013 ein Impfstoff verfügbar. Für eine generelle Impfempfehlung reichen jedoch die Studienergebnisse zur Evidenz des Wirkstoffs nach Ansicht der STIKO noch nicht aus.

Gegen Windpocken wiederum soll bei fehlender Immunität gegen das Varizella-Zoster-Virus nur dann mit Immunglobulinen passiv immunisiert werden, wenn ein erhöhtes Risiko für eine schwere Infektion vorliegt und der Lebendimpfstoff nicht verabreicht werden kann. Diese Empfehlung gilt nun auch für Frühgeborene mit Kontakt zum Erreger und für bis zu zehn Tage nach dem Kontakt mit dem Virus.

Auffrischung von Gelbfieber-Impfung nicht mehr nötig

Auch Reisende können künftig auf eine Spritze verzichten: Bei der Impfung gegen Gelbfieber soll der STIKO zufolge künftig auf die Auffrischung verzichtet werden. Sie entspricht damit den Änderungen der Internationalen Gesundheitsvorschriften der World Health Organization (IGV).

Nach der Veröffentlichung neuer Impfempfehlungen hat der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) nun drei Monate Zeit, eine Anpassung und Änderung der Schutzimpfungs-Richtlinie vorzunehmen.

Empfehlungen zum Immunschutz