Gutachten zur stationären Hebammenversorgung veröffentlicht

Hebamme Untersuchung

(28.01.20) Eine flächendeckende Mangelsituation in der stationären Geburtshilfe in Deutschland besteht derzeit nicht. Das ist eines der Ergebnisse einer Untersuchung des Instituts für Gesundheit und Sozialforschung (IGES) im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit. Jedoch existieren in Geburtskliniken stellenweise erhebliche Versorgungsengpässe zulasten von Gebärenden und Hebammen, vor allem in Großstädten. Das IGES befragte für die Untersuchung Kliniken, Hebammen und Mütter.

Eine Hebamme für drei Frauen

Laut Gutachten versorgt durchschnittlich eine Hebamme während einer Schicht drei Frauen gleichzeitig. Dabei halten rund 70 Prozent der befragten Hebammen eine Eins-zu-Eins-Betreuung für angemessen. 30 Prozent der Befragten finden ein Eins-zu-zwei-Verhältnis auch noch legitim. In der Geburtsphase ist das Verhältnis günstiger, heißt es in dem Gutachten. In dieser Zeit kümmert sich eine Hebamme um maximal zwei Frauen. Lediglich zwei Prozent müssen in dieser Phase mehr als drei aktiv Gebärende betreuen.

Jede vierte Schicht ist überlastet

An Tagen mit außergewöhnlich vielen Geburten versorgen 85 Prozent der Hebammen mehr als drei Frauen parallel, so das Ergebnis der Untersuchung. Das beträfe durchschnittlich jede vierte Schicht. Weiter heißt es, dass Kliniken in Großstädten davon häufiger betroffen seien, als in ländlichen Regionen. Rund 60 Prozent der Befragten Hebammen sind der Meinung, dass es zu wenig Hebammen auf ihren Stationen gibt. Jede fünfte Befragte würde ihren Beruf nicht noch einmal wählen und jede zweite Hebamme ist mit ihrem Gehalt unzufrieden.

Mütter sind mit Hebammen zufrieden

Mütter hingegen seien mit der Versorgung zufrieden. Fast alle Frauen könnten an ihrem Wunschgeburtsort entbinden. Rund 90 Prozent fühlten sich während der Geburt freundlich und respektvoll von Hebammen betreut.

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