Reform der Hebammenausbildung

(01.01.20) Alle angehenden Hebammen durchlaufen künftig ein duales Studium. Das Studium besteht aus einem drei- bis vierjährigen Bachelorstudium und einer staatlichen Abschlussprüfung. Das entsprechende Gesetz zur Reform der Hebammenausbildung (Hebammenreformgesetz – HebRefG) ist zum 1. Januar 2020 in Kraft getreten.

Durch die Ausrichtung als duales Studium gibt es weiter einen großen Praxisanteil. Mit dem Gesetz setzt die Bundesregierung die EU-Vorgaben der Richtlinie 2005/36/EG um. Eines der Ziele der Reform ist es, die Hebammenausbildung attraktiver zu machen.

Wesentliche Inhalte der Hebammenausbildung

Das duale Hebammenstudium dauert mindestens sechs und höchstens acht Semester. Es orientiert sich hinsichtlich der Dauer der Ausbildung an einem Bachelor-Studiengang. Der berufspraktische Teil umfasst mit mindestens 2.100 Stunden einen wesentlichen Anteil an der Mindestgesamtstudienzeit von 4.600 Stunden. Auf die theoretischen und praktischen Lehrveranstaltungen an den Hochschulen entfallen ebenfalls mindestens 2.100 Stunden. 400 Stunden verbleiben zur freien Verteilung.

Zu Beginn des Studiums schließen die Studierenden mit einem Krankenhaus einen Vertrag zur akademischen Hebammenausbildung. Das Krankenhaus trägt die Verantwortung für die Durchführung des berufspraktischen Teils des Studiums und zahlt der oder dem Studierenden für die gesamte Dauer des Studiums eine Vergütung. Praxiseinsätze finden im Krankenhaus sowie bei freiberuflich tätigen Hebammen oder in hebammengeleiteten Einrichtungen statt.

Das duale Hebammenstudium schließt mit der Verleihung des akademischen Grades durch die Hochschule ab und umfasst eine staatliche Prüfung zur Erlangung der Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung "Hebamme".

Übergangsfrist bis 2022 möglich

Bisher bereiten sich Hebammen und Entbindungshelfer an Hebammenschulen auf ihren Beruf vor. Übergangsweise ist das noch bis 2022 möglich. Dann wird die Ausbildung nur noch an Hochschulen angeboten.

Weitere Informationen zum Gesetz sowie zur Studien- und Prüfungsverordnung für Hebammen