Die Rolle des Gemeinsamen Bundesausschusses

Der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) spielt eine zentrale Rolle bei der Entwicklung und Überarbeitung der strukturierten Behandlungsprogramme für chronisch Kranke. Der "Unterausschuss Disease-Management-Programme" des GBA ist für die inhaltliche Ausgestaltung und Aktualisierung der DMP zuständig. Hier arbeiten Vertreter der Ärzte, Krankenhäuser und Krankenkassen unter Beteiligung von Patientenvertretern zusammen. Die Inhalte werden von Arbeitsgruppen mit externen, klinisch tätigen Experten vorbereitet. Dabei werden Bewertungen der medizinischen Evidenz hinzugezogen, die das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen erarbeitet.

Der GBA hat in Bezug auf die strukturierten Behandlungsprogramme für chronisch kranke Patienten folgende Aufgaben:

1. Festlegung der Diagnosen

Nach § 137f Abs. 1 SGB V legt der GBA in Richtlinien geeignete chronische Krankheiten fest, für die Disease-Management-Programme entwickelt werden sollen. Die Kriterien für die Auswahl der Diagnosen sind im SGB V festgeschrieben.

Kriterien für die Auswahl von Diagnosen nach § 137 f SGB V

Bisher sind Programme zu den Indikationen Diabetes mellitus Typ 2 (2003), Brustkrebs (2003), koronare Herzkrankheit (2004), Diabetes mellitus Typ 1 (2005) sowie Asthma bronchiale und chronisch obstruktive Lungenerkrankungen (2006) umgesetzt worden. 

2. Festlegung von Inhalten

Nach § 137 f Abs. 2 SGB V erlässt der GBA Richtlinien zur inhaltlichen Ausgestaltung der strukturierten Behandlungsprogramme. Dafür gelten folgende gesetzliche Vorgaben:

Anforderungen an DMP nach § 137 f SGB V

Die praktische Umsetzung der DMP erfolgt durch die Krankenkassen auf der Basis von regionalen Verträgen mit den Leistungserbringern (Vertragsärzte und Krankenhäuser). Die Verträge müssen dem Bundesversicherungsamt vorgelegt werden, das die Übereinstimmung mit den gesetzlichen Grundlagen und Richtlinien des GBA prüft. Wenn die Programme und Verträge diesen Vorgaben entsprechen, erhalten sie eine zeitlich unbefristete Zulassung des Bundesversicherungsamtes.

3. Überprüfung und Aktualisierung von Inhalten

Nach § 137 f Abs. 2 SGB V ist der GBA verpflichtet, seine Richtlinien regelmäßig zu überprüfen. Wenn sich der aktuelle Stand des medizinischen Wissens geändert hat, werden die Inhalte der Programme entsprechend angepasst.