Verordnung zur Regelung der Präimplantationsdiagnostik (PID)

In Ausnahmefällen können künstlich befruchtete Embryonen vor der Einsetzung in den Mutterleib künftig auf Gendefekte untersucht werden. Das Bundeskabinett hat die umstrittene „Verordnung zur Regelung der Präimplantationsdiagnostik (PID)“ am 18. Februar 2013 passieren lassen.

Laut Verordnung dürfen nur spezielle Zentren die Gentests vornehmen, an die hohe inhaltliche, sachliche und personelle Anforderungen gestellt werden. Über die Zulassung der Zentren entscheiden die zuständigen Landesbehörden. Eine beim Paul-Ehrlich-Institut angesiedelte Zentralstelle soll die von den Zentren im Rahmen der PID vorgenommenen Maßnahmen dokumentieren.

Unabhängige und interdisziplinär zusammengesetzte Ethikkommissionen bewerten in Einzelentscheidungen die Anträge auf Präimplantationsdiagnostik. Der Prüfungsumfang umfasst neben den maßgeblichen medizinischen Kriterien auch psychische, soziale und ethische Gesichtspunkte.

Die Verordnung tritt zwölf Monate nach der Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt in Kraft. In dieser Zeit sollen die Bundesländer die erforderlichen Strukturen schaffen.

Das Gesetz zur Regelung der Präimplantationsdiagnostik" (PräimpG) vom 21. November 2011 hat die PID grundsätzlich verboten. Gleichzeitig setzte es für die Durchführung pränataler Diagnostiken in Ausnahmefällen sehr hohe Hürden. Damit ist eine große Anzahl von Präimplantationsdiagnostiken nicht möglich.

Die Details zu den Ausnahmefällen, in denen die Gentests an Embryonen zulässig sind, regelt die aktuelle Verordnung. Danach können Paare eine derartige Untersuchung veranlassen, wenn

  • eine diagnostizierte genetische Veranlagung mindestens eines Elternteils vorliegt
    und/oder
  • die PID dazu dient, herauszufinden, ob der Embryo schwerwiegend geschädigt ist, sodass mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Tot- oder Fehlgeburt zu erwarten ist.

Gesetz zur Regelung der Präimplantationsdiagnostik (PräimpG)
Stand: 21.11.11