Resistenzen ohne Grenzen

(05.02.19) Aus der Medizin sind sie nicht mehr wegzudenken. Sie erlauben die ursächliche und wirksame Therapie von Infektionen und tragen maßgeblich dazu bei, dass die Menschen ehemals tödliche Krankheiten wie Lungenentzündungen und Blutvergiftungen überleben. Seit über 75 Jahren kommen antibiotisch wirksame Substanzen in der Medizin regelmäßig bei der Behandlung von Infektionen zum Einsatz.

Allerdings sind Krankheitserreger immer häufiger unempfindlich gegenüber verfügbaren Antibiotika, manche sogar gegenüber allen gängigen Wirkstoffen. Antibiotikaresistenzen und insbesondere multiresistente Keime stellen eine Herausforderung für die medizinische Versorgung und die Gesundheit der Bevölkerung dar. Weltweit warnen Expertinnen und Experten vor der Ausbreitung von Resistenzen und deren Folgen für die Medizin. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht bereits von einer „postantibiotischen Ära“, in der einfache Infektionen wieder zur tödlichen Gefahr werden könnten. Seit 2015 überwacht sie kontinuierlich die Resistenzentwicklung bei bestimmten Bakterien in verschiedenen Weltregionen und fördert die Erforschung neuer Antibiotika.

Beim Einsatz von Antibiotika sind globale Strategien gefragt

Um ein Versagen der medizinischen Wunderwaffe zu verhindern, sind Konzepte für globale Gesundheitsstrategien gefragt, macht Entwicklungsexperte Prof. Dr. Dr. Jens Holst in seiner Analyse deutlich.