Richtlinien über künstliche Befruchtung

Richtlinien über ärztliche Maßnahmen zur künstlichen Befruchtung

Die Richtlinien bestimmen die medizinischen Einzelheiten zu Voraussetzungen, Art und Umfang der ärztlichen Maßnahmen zur Herbeiführung einer Schwangerschaft durch künstliche Befruchtung.

Zielgruppen

Anspruch auf Leistung zur künstlichen Befruchtung besteht nur für Versicherte, die das 25. Lebensjahr vollendet haben. Der Anspruch besteht nicht für weibliche Versicherte, die das 40. Lebensjahr und für männliche Versicherte, die das 50. Lebensjahr vollendet haben.

Maßnahmen der künstlichen Befruchtung dürfen nur Ärzte oder Einrichtungen erbringen, denen die zuständige Behörde gemäß § 121a SGB V eine Genehmigung dazu erteilt hat. Zudem müssen bestimmte Anforderungen an die Qualität erfüllt und nachgewiesen werden. Unter anderem muss in der vertragsärztlichen Versorgung der Leiter der Praxis oder Einrichtung muss Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe sein und über die fakultative Weiterbildung „gynäkologische Endokrinologie und Fortpflanzungsmedizin“ verfügen.

In der Praxis oder Einrichtung müssen zudem folgende Kenntnisse und Erfahrungen vorhanden sein:

  • Endokrinologie der Reproduktion
  • Gynäkologische Sonographie
  • Operative Gynäkologie
  • Reproduktionsbiologie mit dem Schwerpunkt der In-vitro-Kultur
  • Andrologie

Zentrale Inhalte

Ärztliche Maßnahmen zur künstlichen Befruchtung kommen in folgenden Verfahren zum Einsatz:

  • intrazervikale, intrauterine oder intratubare Insemination im Spontanzyklus, gegebenenfalls nach Auslösung der Ovulation durch HCG-Gabe, gegebenenfalls nach Stimulation mit Antiöstrogenen,
  • intrazervikale, intrauterine oder intratubare Insemination nach hormoneller Stimulation mit Gonadotropinen,
  • In-vitro-Fertilisation (IVF) mit Embryo-Transfer (ET), gegebenenfalls als Zygoten-Transfer oder als intratubarer Embryo-Transfer (EIFT = Embryo-lntrafallopian-Transfer),
  • intratubarer Gameten-Transfer (GIFT),
  • Intracytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI).

In den Richtlinien wird weiterhin definiert, in welchem Umfang und bei welchen medizinischen Indikationen die genannten Maßnahmen erbracht werden können.

Richtlinien zur künstlichen Befruchtung auf der Website des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA)