"Jugendgesundheits-Richtlinien"

Richtlinien zur Jugendgesundheitsuntersuchung

Die Jugendgesundheits-Richtlinien regeln Details zur Früherkennung von Krankheiten bei Jugendlichen nach Vollendung des 10. Lebensjahres. Es handelt sich um Erkrankungen, welche die körperliche, geistige und soziale Entwicklung von Jugendlichen nicht nur geringfügig gefährden. Die Früherkennung soll insbesondere Fehlentwicklungen in der Pubertät durch psychische und psychosoziale Risikofaktoren verhindern.

Zielgruppen

Versicherte haben zwischen dem vollendeten 13. und vollendeten 14. Lebensjahr Anspruch auf eine Jugendgesundheitsuntersuchung. Der Anspruch besteht innerhalb eines Toleranzzeitraums von zwölf Monaten vor Vollendung des 13. Lebensjahres und zwölf Monaten nach Vollendung des 14. Lebensjahres. Der Nachweis erfolgt durch die Krankenversichertenkarte oder einen Behandlungsausweis.

Die Untersuchung durchführen sollen Fachärzte für Allgemeinmedizin, praktische Ärzte, Fachärzte für Kinderheilkunde und Fachärzte für Innere Medizin, die an der hausärztlichen Versorgung teilnehmen.

Zentrale Inhalte

Die Jugendgesundheitsuntersuchung umfasst eine Anamneseerhebung und eine klinisch-körperlichen Untersuchung. Die Anamnese konzentriert sich auf eine auffällige seelische und schulische Entwicklung, gesundheitsgefährdendes Verhalten und chronische Erkrankungen. Im Zentrum der Untersuchung steht die Erhebung der Körpermaße, eine verfrühte oder verzögerte Pubertätsentwicklung, Störungen des Wachstums und der körperlichen Entwicklung, arterielle Hypertonie, Erkrankungen der Hals-, Brust- oder Bauchorgane sowie Auffälligkeiten des Skelettsystems. Zudem soll der Impfstatus erhoben und auf eine ausreichende Jodzufuhr geachtet werden.

Abschließend informiert der Arzt den Jugendlichen über das Ergebnis der Untersuchung und erörtert Auswirkungen auf die weitere Lebensgestaltung. Bei Hinweisen auf das Vorliegen einer Erkrankung veranlasst er notwendige weiterführende diagnostische und therapeutische Maßnahmen.

Die Jugendgesundheits-Richtlinien auf der Website des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA)