Krankschreibungen per Telefon weiter möglich

(21.04.20) Ärzte können ihren Patienten weiter nach telefonischer Anamnese einen Krankenschein ausstellen. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beschlossen. Die aufgrund des Coronavirus getroffene Sonderregelung wird in leicht geänderter Form bis zum 4. Mai verlängert. Der Beschluss gilt rückwirkend vom 20. April an. Der G-BA will "rechtzeitig vor Auslaufen der Ausnahmeregelung" über eine erneute Verlängerung entscheiden.

Eigentlich hatte der G-BA am vergangenen Freitag (17. April) bekannt gegeben, dass Ärzte eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vom 20. April an nur noch nach persönlichem Kontakt ausstellen dürfen. Diese Entscheidung hat der G-BA nun zurückgenommen.

Der Grund für das Umdenken waren nach Angaben des unparteiischen Vorsitzenden des Gemeinsamen Bundesausschusses, Prof. Josef Hecken, Bedenken aus der Versorgungspraxis. Die Bedenken bezogen sich unter anderem auf teilweise noch fehlende Schutzausrüstung.

Telefonische Feststellung der Arbeitsunfähigkeit: Was müssen Ärzte beachten?

Mit der Verlängerung der Ausnahmeregelung wurde der Inhalt leicht angepasst. Jetzt dürfen Ärzte "eine Arbeitsunfähigkeit aufgrund telefonischer Anamnese nur für die maximale Dauer von einer Woche" bescheinigen. Bei fortdauernder Erkrankung ist eine einmalige Verlängerung von bis zu sieben Kalendertagen möglich. Der G-BA weist darauf hin, dass sich der Arzt vor der Krankschreibung "durch eingehende telefonische Befragung" ein Bild vom Zustand des Versicherten machen muss.

Darüber hinaus gelte weiterhin, dass Versicherte bei typischen COVID-19-Symptomen, nach Kontakt zu COVID-19-Patienten und bei unklaren Symptomen von Infektionen der oberen Atemwege vor dem Arztbesuch telefonisch Kontakt zur Praxis aufnehmen und das weitere Vorgehen besprechen.

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