Biomarker-Test bei primärem Brustkrebs wird Kassenleistung

(03.07.19) Patientinnen mit primären Brustkrebs im frühen Stadium, bei denen das Rückfallrisiko nicht sicher bestimmt werden kann, können künftig einen Biomarker-Test als Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung in Anspruch nehmen. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) in jetzt mitgeteilt. Der Test soll die Entscheidung für oder gegen eine adjuvante systemische Chemotherapie unterstützen.

Der Beschluss betrifft den Biomarker-Test Oncotype DX Breast Recurrence Score, dessen Analyseverfahren auf einer Genexpressionsanalyse beruht. Voraussetzung ist, dass der Tumor bestimmte Eigenschaften hat: Er muss empfindlich für Hormone wie Östrogen und Progesteron sein und keinen Wachstumsfaktorrezeptor (HER2/neu) sowie keinen Lymphknotenbefall aufweisen.

Test soll bei Abwägung einer Chemotherapie helfen

Laut G-BA erkranken jährlich rund 70.000 Frauen an frühem Brustkrebs in Deutschland. Bei schätzungsweise 20.000 dieser Patientinnen können die behandelnden Ärzte nach einer Brustkrebsoperation allein aufgrund der klinisch-pathologischen Kriterien keine eindeutige Therapieempfehlung hinsichtlich einer Chemotherapie geben. Der Test kann in diesen Fällen ergänzende Informationen liefern, die bei der Abwägung der Nutzen-Risiko-Relation einer Chemotherapie helfen. Vor dem Einsatz des Tests muss eine fachärztliche Aufklärung anhand eines dafür entwickelten Patientinnenmerkblattes erfolgen.

Der Beschluss wird nun vom Bundesgesundheitsministerium geprüft. Er tritt nach Nichtbeanstandung und Bekanntmachung im Bundesanzeiger in Kraft. Danach hat der Bewertungsausschuss sechs Monate Zeit, die Vergütung zu regeln.

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