Versorgungs-Report 2013/2014: Depression

Hoher Anteil unspezifischer Diagnosen

Versorgungs-Report 2013/2014 - Titelbild

Der größte Teil aller Depressionsdiagnosen entfällt auf leichte und unspezifische Formen. Das geht aus dem aktuellen Versorgungs-Report des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) hervor, der als Schwerpunkt das Thema Depression hat. 

Die Analysen zu Depressionserkrankungen basieren auf Abrechnungsdaten der 24 Millionen AOK-Versicherten. Dabei wird deutlich: Hinter der Diagnose "depressive Erkrankung" verbergen sich ganz unterschiedliche Schweregrade. Für fast drei Viertel der depressiven Erstepisoden (73,4 Prozent) ist eine leichte oder unspezifische depressive Episode dokumentiert. Eine mittelgradige oder schwere Depression wird umgekehrt nur in 26,6 Prozent der Fälle festgestellt. 

Hochgerechnet auf die deutsche Wohnbevölkerung ab 18 Jahren ergibt sich für 2010 eine Diagnosehäufigkeit von 11,1 Prozent.
 

Zwei Drittel der Depressionskranken allein vom Hausarzt versorgt

In der Regel werden Patienten mit einer depressiven Episode ambulant versorgt (79,0 Prozent), seltener in einer Klinik (12,0 Prozent) und noch seltener in beiden Bereichen (9,1 Prozent). Eine zentrale Rolle spielen dabei die Hausärzte, denn 64,1 Prozent aller Depressionskranken werden allein von ihrem Hausarzt versorgt, vor allem die Patienten mit unspezifischen Depressionsdiagnosen (75,4 Prozent). Auch schwere Depressionen werden vergleichsweise häufig vom Hausarzt allein behandelt (37,8 Prozent), eine fachspezifische Versorgung, zum Beispiel durch Psychiater oder Nervenärzte, erhalten nur 58 Prozent der Patienten mit schweren depressiven Episoden.

Der Versorgungs-Report zeigt auch auf, welche Behandlungsmöglichkeiten und innovativen Versorgungsansätze für das Krankheitsbild Depression bestehen. Aus Sicht der Herausgeber bestätigen die Übersichtsarbeiten im Buch, dass dem Ansatz einer schrittweisen Intensivierung der Behandlung (stepped care) zentrale Bedeutung zukommt.

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Der Versorgungs-Report

Der Versorgungs-Report ist eine jährliche Publikationsreihe des WIdO, die in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Norbert Schmacke erstmals im Jahr 2010 erschienen ist. Der Report versteht sich als unabhängiges Diskussionsforum, das über aktuelle Themen der Gesundheitsversorgung, über Hintergründe und Entwicklungen informiert.