"Pflegende brauchen ein eigenes Leben"

Sigrid Leitner

(08.10.18) Die Angehörigenpflege kostet viel Zeit, Kraft und Mühe. Wie Menschen diese Aufgabe bewältigen, hat Sozialwissenschaftlerin Sigrid Leitner gemeinsam mit Kolleginnen aus Essen und Bielefeld untersucht. Sie empfiehlt, Pflegende mit einem Casemanagement zu unterstützen.

Frau Professorin Leitner, die Pflege der Eltern oder des Partners kann extrem belastend sein. Warum übernehmen in Deutschland dennoch Millionen Familienangehörige diese Aufgabe?

Sigrid Leitner: Die Mitglieder einer Familie fühlen sich meist gegenseitig zur Hilfeleistung verpflichtet. Kinder wollen ihren pflegebedürftigen Eltern etwas zurückgeben. Auch in unserer Studie zeigte sich eine große Fürsorgeorientierung. Für manche Menschen ist Pflege zudem so etwas wie Sinnstiftung: Das sind oft Männer, die keine klassische Erwerbskarriere haben, vielleicht schon frühverrentet sind oder in der Familienkonstellation immer eher eine Fürsorgerolle übernommen haben.

Das gesamte Interview in der aktuellen Ausgabe der G+G-digital