Qualitätsmonitor: Klinik-Landschaft mit Mängeln

Cover: Qualitätsmonitor 2019

(06.12.18) Bei der Säuglingssterblichkeit liegt Deutschland im europäischen Vergleich nur im Mittelfeld. Um die Versorgung von Brustkrebs- und Herzpatienten steht es nicht unbedingt besser. Die Qualitätsvorgaben des Krankenhaus-Strukturgesetzes (KHSG) würden nicht schnell genug umgesetzt, kritisierte der AOK-Bundesverband anlässlich der Veröffentlichung des "Qualitätsmonitors 2019" am 6. Dezember 2018.

"Der feste Wille zu einer Verbesserung ist in der aktuellen Krankenhaus-Gesetzgebung der Großen Koalition, aber auch in der Krankenhausplanung der Bundesländer nicht mehr erkennbar", sagte der Vorstandsvorsitzende Martin Litsch. Er verwies insbesondere auf die schleppende Umsetzung von Mindestmengen und Qualitätsindikatoren für die Krankenhausplanung. "Die Fristen für die Umsetzung der planungsrelevanten Qualitätsindikatoren sollten mit einem KHSG II deutlich verkürzt und die Prozesse im Gemeinsamen Bundesausschuss beschleunigt werden", forderte Litsch.

Mangelnde Spezialisierung und Zentralisierung

Die neue Ausgabe des Qualitätsmonitors analysiert die Wirkungen des KHSG von 2016. Nach wie vor sind Patienten in Kliniken höheren Risiken ausgesetzt als notwendig. Der Grund: mangelnde Spezialisierung und Zentralisierung, zum Beispiel in der Versorgung von frühgeborenen Babys oder bei der Implantation von Herzklappen. Der aktuelle Qualitätsmonitor zeigt deshalb auf, wo Politik, Selbstverwaltung und Bundesländer ansetzen sollten, um die Patientensicherheit zu erhöhen.

Die Publikation wird herausgegeben von Gesundheitsstadt Berlin, der Initiative Qualitätsmedizin (IQM) und dem Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO). Sie ist kostenlos als Download erhältlich.

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