Qualitätsverträge

Im Rahmen von Qualitätsverträgen können Kliniken und Krankenkassen für bestimmte Leistungsbereiche individuelle Vereinbarungen zur Förderung einer hochwertigen Versorgung schließen.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und der GKV-Spitzenverband (GKV-SV) haben sich im Juli 2018 auf eine Rahmenvereinbarung zum Abschluss von Qualitätsverträgen geeinigt. Qualitätsverträge sollen die Behandlungsqualität im Krankenhaus verbessern. Dazu gehört insbesondere, die Zahl der Komplikationen zu senken, bessere Heilungsverläufe zu realisieren und die Zufriedenheit der Patienten zu erhöhen. Zudem müssen die Kliniken garantieren, dass Operationen nur dann durchgeführt werden, wenn sie medizinisch indiziert sind. Die Rahmenvereinbarung legt unter anderem fest, welche Bedingungen eingehalten werden müssen, um eine aussagekräftige Evaluation möglich zu machen.

Vereinbarung über Rahmenvorgaben für den Inhalt der Qualitätsverträge

Leistungsbereiche

Die möglichen Leistungsbereiche für Qualitätsverträge hat der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) bereits im Mai 2017 festgelegt:

  • Endoprothetische Gelenkversorgung 

  • Prävention des postoperativen Delirs bei der Versorgung von älteren Patientinnen und Patienten 

  • Respiratoren-Entwöhnung von langzeitbeatmeten Patientinnen und Patienten
  • Versorgung von Menschen mit geistiger Behinderung oder schweren Mehrfachbehinderungen


Qualitätsverträge besitzen Modellcharakter, deshalb genießen die Vertragspartner eine gewisse, gesetzlich gewollte Gestaltungsfreiheit. Alle Verträge sind prinzipiell befristet. Die Vertragspartner müssen die Instrumente festlegen, mit denen die Ziele erreicht werden sollen und bei der Evaluation mitwirken. Die Gesamtbewertung der Qualitätsverträge übernimmt das Institut für Qualität und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) im Auftrag des GBA. Der Erprobungszeitraum beginnt mit Bereitstellung der technischen Voraussetzungen zur Datenerhebung
durch das IQTIG voraussichtlich am 1. Juli 2019. Er endet mit dem Beginn der Evaluation, spätestens aber zum 30. Juni 2023.

Konzept zur Evaluation von Qualitätsverträgen (IQTIG)

Hintergrund

Die Grundlagen für Qualitätsverträge zwischen Krankenkassen und Krankenhäusern hat das Krankenhausstrukturgesetz gelegt. Anhand der Auswirkungen soll sich zeigen, ob die Vereinbarung höherer Anforderungen an die Qualität der Versorgung in Kombination mit bestimmten Anreizen in den Krankenhäusern tatsächlich zu besseren Leistungen führt. Im ambulanten Sektor sind solche Strukturen bereits etabliert, etwa in Form von Selektivverträgen oder Chronikerprogrammen. Trotz der Plausibilität des Gedankens, bezweifeln Experten jedoch, dass Anreizsysteme in der stationären Versorgung die erhoffte Wirkung haben werden.

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