Übertragungsanlagen können altersunabhängig verordnet werden

(28.11.18) Die sogenannten Übertragungsanlagen können altersunabhängig zusätzlich zu anderen Hörhilfen oder einem Cochlea-Implantat verordnet werden. Dies hat der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) mit kürzlich in Kraft getretenen Beschluss klargestellt. Übertragungsanlagen sind Hilfsmittel, die die von einem externen Mikrofon aufgenommenen Signale auf ein angekoppeltes Hörgerät übertragen, wodurch das Verstehen, beispielsweise in einer Vortrags- oder Klassenraumsituation, erleichtert wird.

Bislang war nur die Verordnung für Kinder und Jugendliche im Rahmen der gesetzlichen Schulpflicht ausdrücklich geregelt. Die aktualisierte Fassung der Hilfsmittel-Richtlinie stellt klar, das Übertragungsanlagen altersunabhängig zusätzlich zu einer erfolgten Hörhilfenversorgung in Betracht kommen können. Eine Verordnung ist auch bei Erwachsenen möglich, wenn trotz bestmöglicher Hörgeräteanpassung im täglichen Leben kein ausreichendes Sprachverstehen erreicht wird.

Wenn eine gesicherte Diagnose durch einen Facharzt für Phoniatrie und Pädaudiologie oder für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde vorliegt, kann die Übertragungsanlage auf Muster 16 verordnet werden. Grundsätzlich müssen die Krankenkassen vorab genehmigen.

Räumliches Hören verbessern

Mit dem jetzt gefassten GBA-Beschluss wurde auch die Hilfsmittel-Richtlinie angepasst. Dazu wurde unter anderem klargestellt, dass durch eine Versorgung mit Hörgeräten auch das sogenannte räumliche Hören verbessert werden soll.

Das räumliche Hören ist speziell für Menschen wichtig, die eine zusätzliche Sehbehinderung haben. Denn dadurch kann das eingeschränkte visuelle Orientierungsvermögen kompensiert werden.

Weitere Informationen: