2. Besonderheiten der physikalischen Therapie

2.1 Fristen

Behandlungsbeginn:

  • Die Behandlung soll innerhalb von 14 Kalendertagen nach Ausstellungsdatum der Verordnung bzw. bis zu dem vom Arzt angegebenen spätesten Behandlungsbeginn aufgenommen werden.
  • Abweichende Regelungen im begründeten Ausnahmefall zwischen Therapeut und Arzt sind möglich und auf dem Verordnungsblatt lt. gültigem Rahmenvertrag zu dokumentieren (siehe Ausführungen zu Pkt. 2.6).

Behandlungsunterbrechung:

  • Bei Unterbrechung der Behandlungsserie von mehr als 14 Kalendertagen ist grundsätzlich eine Neuverordnung notwendig, außer es liegt ein begründeter Ausnahmefall vor.
  • Begründete Ausnahmefälle (z. B. Krankheit) sind im Rahmenvertrag festgelegt und entsprechend auf der Verordnungsrückseite zu dokumentieren.

Verjährung des Vergütungsanspruchs:

  • Ihr Vergütungsanspruch verjährt jeweils nach einem Jahr, gerechnet ab Datum des Abschlusses der Leistungserbringung bezogen auf eine Verordnung.

Beanstandungen:

  • Nachberechnungen zu gekürzten bzw. abgesetzten Rechnungen sind innerhalb von 6 Monaten nach Zugang des Differenzprotokolls zu erheben.

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2.2 Heilmittel

  • Das von Ihnen erbrachte Heilmittel muss dem vom Arzt verordneten Heilmittel entsprechen. Z. B. darf bei verordneter KG auf neurophysiologischer Grundlage keine KG-ZNS abgegeben werden.
  • Bei der Verordnung von WT ist diese durch den Arzt zu spezifizieren (z. B. Fango, Heißluft, Ultraschall etc.), ansonsten wird die kostengünstigste Wärmetherapie vergütet.

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2.3 Manuelle Lymphdrainage (MLD)

  • Neu ab 01.01.2017: Bei dem Indikationsschlüssel LY2 und LY3 ist auch die Therapiedauer von 30 Minuten verordnungsfähig.

    Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang den § 18 Abs. 2 Satz 7 HeilM-RL:
     
  • Behandlung 1 Körperteil: 30 Minuten
  • Behandlung 2 Körperteile: 45 Minuten
  • Behandlung 2 Körperteile bei schwergradigen Lymphödem : 60 Minuten
  • Behandlung durch Strahlenschädigungen 1 Körperteil: bis zu 60 Minuten

 

  • Spezielle Kompressionsbandagierungen sind im Anschluss an eine MLD auf dem Verordnungsmuster gesondert vom Arzt zu verordnen. Die Abrechnung ist pro bandagierter Extremität möglich.
  • Der Vergütungssatz beinhaltet die Kosten für Polstermaterial und Trikofix. Die Kompressionsbinden werden vom Arzt gesondert verordnet.
  • Das Anziehen von Kompressionsstrümpfen rechtfertigt nicht die Abrechnung von Kompressionsbandagierung.

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2.4 Standardisierte Heilmittelkombination D1

 

  • Innerhalb eines Behandlungsfalles (Diagnose) sind bei komplexen Schädigungen maximal 10 Behandlungen verordnungsfähig.
  • Sofern bereits 10 Behandlungen im Regelfall erfolgten, ist die Verordnung weiterer standardisierter Heilmittelkombinationen außerhalb des Regelfalles ausgeschlossen.

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2.5 Massage

  • Die Verordnung von Massagen außerhalb des Regelfalles ist bis zu der im Regelfall möglichen Höchstverordnungsmenge begrenzt.

  • Beispiel: Erstverordnung WS1e 6 Behandlungen, Folgeverordnung WS2f  4 Behandlungen, Verordnung a.d.RF WS2f 10 Behandlungen.

  • Diese Einschränkung gilt nicht für die MLD.

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2.6 Änderungs- und/oder Ergänzungsmöglichkeiten

Grundsätzlich sollen auf den Heilmittelverordnungen zu Beginn der Behandlung alle therapierelevanten Angaben durch den Arzt angegeben sein. Bei unvollständigen oder inhaltlich unplausiblen Belegen sind nachfolgend aufgeführte Änderungen und/oder Ergänzungen entsprechend den vertraglichen Regelungen möglich. Nach der Abrechnung getätigte Änderungen und/oder Ergänzungen können grundsätzlich nicht akzeptiert werden (siehe Ausführungen zu Pkt. 1.3).

Nach Rücksprache mit dem Arzt
können Sie folgende Angaben ändern bzw. ergänzen:

  • Art der Verordnung
  • Frequenzempfehlung
  • Behandlungsbeginn spätestens am
  • falscher Indikationsschlüssel
  • falsche Leitsymptomatik

Die Absprachen sind auf der Rückseite der Verordnung unten links mit Datum und Handzeichen zu dokumentieren.

Nach Information des Arztes
können Sie folgende Angaben ändern:

  • Änderung von Gruppen- in Einzeltherapie

Die Informationen sind auf der Rückseite der Verordnung unten links mit Datum und Handzeichen zu dokumentieren.

Ohne Absprache bzw. Information des Arztes
können Sie folgende Angaben selbst ergänzen:

  • Fehlender oder unvollständiger Indikationsschlüssel bei angegebener Diagnose und Leitsymptomatik
  • Lokalisation

Die Ergänzungen sind auf der Rückseite der Verordnung unten links mit Datum und Handzeichen zu dokumentieren.

Durch den Arzt
müssen folgende Angaben geändert bzw. ergänzt werden:

  • Datum der Verordnung
  • Verordnungsmenge
  • Heilmittel
  • fehlende Leitsymptomatik
  • Hausbesuch bei medizinischer Notwendigkeit
  • Therapiedauer
  • konkrete Diagnose entsprechend Heilmittelkatalog

Die Änderungen bzw. Ergänzungen sind durch den Arzt unter Hinzufügen von Handzeichen und Datum vorzunehmen. Handzeichen von Schwestern/Arzthelferinnen sind unzulässig.

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