Terminservicestellen vermitteln Richtlinien-Psychotherapie

(04.09.18) Die Terminservicestellen müssen vom 1. Oktober 2018 an probatorische Sitzungen bei Psychotherapeuten und in die Richtlinientherapie vermitteln. Bisher konnten Patienten diese Unterstützung nur für Sprechstundentermine und Akutbehandlungstermine in Anspruch nehmen. Bevor die Terminservicestellen tätig werden, müssen Betroffene nachweisen, dass sie eine "zeitnahe Behandlung" benötigen. Die Empfehlung einer "zeitnahen Behandlung" vermerken Psychotherapeuten bei einer Erstsprechstunde auf dem überarbeiteten Formblatt PTV 11.

Eigentlich hatte das Bundesschiedsamt schon im November 2017 entschieden, dass die Terminservicestellen verpflichtet sind, auch in die Richtlinien-Psychotherapie und die Probatorik zu vermitteln. Gegen diesen Schiedsspruch war die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) jedoch vorgegangen. Sie hatte Klage beim Landessozialgericht Berlin-Brandenburg eingereicht, verbunden mit einem Antrag auf aufschiebende Wirkung. Im Mai 2018 hatte das Landessozialgericht Berlin-Brandenburg einen Aufschub abgelehnt.

Formblatt PTV 11: neue Fassung ab Oktober 2018

Vom 1. Oktober 2018 an gilt nur noch die neue Fassung des Formblatts PTV 11. Wie bisher erhalten Patienten mit dem PTV 11 nach der psychotherapeutischen Sprechstunde einen Befundbericht mit Ergebnissen und Empfehlungen für das weitere Vorgehen. Neu ist, dass Psychotherapeuten ab Oktober ankreuzen können, dass eine ambulante Psychotherapie "zeitnah erforderlich" ist.

Die Einführung der neuen Formulare erfolgt zum Stichtag. Alte Versionen des PTV 11 können ab dem 1. Oktober nicht mehr genutzt werden.

Hintergrund: Was sind Terminservicestellen?

Ziel der Terminservicestellen ist es, dass Patienten ohne lange Wartezeiten einen Termin beim Facharzt oder Psychotherapeuten finden. Die Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) organisieren die Terminservicestellen auf Landesebene. Dafür melden Psychotherapeuten ihrer KV freie Termine.

Die Terminservicestellen sollen den Versicherten innerhalb einer Woche einen Termin in zumutbarer Entfernung vorschlagen. Die Wartezeit auf den Termin darf dabei vier Wochen nicht überschreiten.

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