Nebenwirkungen von Arzneimitteln einfacher melden

(15.10.18) Seit Kurzem steht eine modernisierte und barrierefreie Version der Internetseite für die Meldung von Verdachtsfällen unerwünschter Arzneimittelwirkungen online. Unter nebenwirkungen.pei.de lassen sich jetzt einfacher als zuvor Nebenwirkungen melden. Diese werden dann von den zuständigen Arzneimittelbehörden, dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI), Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel aufgenommen. Zielgruppe sind vor allem Patienten und ihre Angehörigen. Sie können auf diesem Wege Verdachtsfälle von Nebenwirkungen "freiwillig, einfach und komfortabel melden", so das BfArM. Ärzte können dieses Meldeportal ebenfalls zur Information der Bundesoberbehörden (BOB) nutzen.

Unerwünschte Wirkungen müssen gemeldet werden

Pharmaunternehmen, Ärzte und Apotheker sind gesetzlich zur Meldung von unerwünschten Arzneimittelwirkungen verpflichtet. Die Behörden filtern aus der Fülle der berichteten Symptome diejenigen heraus, die möglicherweise ein erstes Signal für eine bisher unbekannte Nebenwirkung sind. Je früher, häufiger und detaillierter Meldungen zu Nebenwirkungen gestellt werden, desto früher können Risikosignale erkannt und bewertet werden.

Sollte ein Verdacht noch nicht durch den Arzt oder Apotheker gemeldet worden sein, oder Betroffene sind unsicher, ob eine solche Meldung erfolgt ist, besteht für sie die Möglichkeit, diese Meldung auch selbst vorzunehmen. Dafür steht nun das speziell für Verbraucher konzipierte Online-Formular auf der Website nebenwirkungen.pei.de zur Verfügung.

Eine weitere Möglichkeit, Nebenwirkungen zu melden, ist das privat betriebene Portal nebenwirkungen.eu. Hier werden die Informationen pseudonymisiert an den Arzneimittelhersteller übermittelt.

Kampagne auf Twitter

BfArM auf Twitter: Verdachtsfälle von Nebenwirkungen melden (07.08.18)

Bereits im Frühjahr 2018 hatten Arzneimittelbehörden aus 27 Ländern mit einer Social-Media-Kampagne dazu aufgerufen, Verdachtsfälle von Nebenwirkungen zu melden. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hatte sich an der Aktion beteiligt.

Im Rahmen der Kampagne erläuterte das BfArM auf seinem Twitter-Kanal, warum die Meldung von unerwünschten Arzneimittelwirkungen, den sogenannten Nebenwirkungen, so wichtig ist. Zielgruppe waren in erster Linie Patienten. Der Fokus lag auf Beschwerden, die nach der Einnahme rezeptfreier Arzneimittel auftreten. Betroffene sollten Kopfschmerzen, Magenschmerzen oder allergische Reaktionen nicht auf die leichte Schulter nehmen, sondern ihrem Arzt oder Apotheker mitteilen. Diese leiten den Verdacht auf die unerwünschte Wirkung eines Medikaments dann an das BfArM weiter. Alternativ können Patienten ihre Beobachtung auch direkt an das BfArm senden.

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