Erste planbare Eingriffe für Zweitmeinungsverfahren benannt

(24.10.17) Bei geplanten Mandeloperationen und bei der Entfernung der Gebärmutter haben Patienten künftig Anspruch auf eine unabhängige ärztliche Zweitmeinung. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) entschieden. Darüber hinaus hat das Gremium die Verfahrensregeln für das Zweitmeinungsverfahren festgelegt und in der neuen Zweitmeinungsrichtlinie festgeschrieben.

Geregelt wurde unter anderem, was zu einer Zweitmeinung gehört und welche Qualifikationen Ärzte haben müssen, um eine zweite Meinung abgeben zu dürfen. So umfasst ein Zweitmeinungsverfahren die Durchsicht vorliegender Befunde des behandelnden Arztes, ein Anamnesegespräch sowie die nochmalige körperliche Untersuchung, wenn diese erforderlich ist.

Ärzte, die Zweitmeinungen abgeben möchten, benötigen eine Genehmigung ihrer Kassenärztlichen Vereinigung. Sie müssen unter anderem eine langjährige fachärztliche Tätigkeit in dem Fachgebiet nachweisen, das für den jeweiligen Eingriff maßgeblich ist. Zu den Pflichten des behandelnden Arztes gehört, die Patienten über ihr Recht auf eine zweite Meinung aufzuklären und sie darüber zu informieren, wo sie einen Zweitmeinungsarzt finden.

Die Richtlinie zum Zweitmeinungsverfahren liegt dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) zur Prüfung vor und tritt nach der Nichtbeanstandung und Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft. Die Liste der für eine Zweitmeinung in Betracht kommenden Eingriffe wird der GBA nach und nach erweitern.

Hintergrund

Das Recht auf eine unabhängige ärztliche Zweitmeinung vor bestimmten planbaren Eingriffen haben Patienten 2015 mit dem Versorgungsstärkungsgesetz erhalten. Aufgabe des GBA ist es, die Eingriffe zu benennen und die Anforderungen an das Verfahren festzulegen.