Coronavirus: Limitierung für Videosprechstunden aufgehoben

(19.03.20) Ärzte und Psychotherapeuten können ihre Patienten jetzt unbegrenzt per Online-Videosprechstunde behandeln. Die bisher geltende Limitierung für Fallzahlen und Leistungsumfang ist aufgehoben. Das haben die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKV-Spitzenverband beschlossen, um der weiteren Ausbreitung des Coronavirus über Arztpraxen entgegenzuwirken. Die Regelung gilt zunächst für das zweite Quartal 2020.

Normalerweise dürfen Ärzte und Psychotherapeuten pro Quartal maximal jeden fünften Patienten ausschließlich per Video behandeln, ohne dass dieser in die Praxis kommen muss. Auch die Menge der Leistungen, die in Videosprechstunden durchgeführt werden dürfen, ist auf 20 Prozent begrenzt. Für den Rest ist ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt erforderlich. Diese Limitierungen sind jetzt aufgehoben, um angesichts der aktuellen Pandemie die Nutzung von Videosprechstunden als Alternative zum persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt zu fördern.

Die neuen Regelungen gelten auch für Psychotherapeuten, die erst seit Herbst 2019 bestimmte Leistungen der Psychotherapie online durchführen und abrechnen können. Lediglich die Eingangsdiagnostik, Indikationsstellung und Aufklärung müssen im persönlichen Kontakt zwischen Therapeut und Patient stattgefunden haben. Ärzte hingegen dürfen sämtliche Erkrankungen und auch neue Patienten per Video beraten.

Die 20-Prozent-Regelung ist zunächst vom 1. April bis zum 30. Juni 2020 ausgesetzt. Spätestens am 31. Mai wollen die Spitzenverbände der Ärzte und Krankenkassen eine mögliche Verlängerung prüfen. Für den Rest des ersten Quartals 2020 gehen die Vertragspartner davon aus, dass die geltenden Begrenzungen ohnehin nicht mehr überschritten werden.

Zur Pressemeldung der KBV: „Mehr Informationen zu Videosprechstunden“