Prüfpflicht des Therapeuten

Angabe des ICD-10-Codes ab 1. Juli 2014

Ab 1. Juli 2014 sind Ärzte grundsätzlich verpflichtet, den ICD-10-Code auf der Heilmittel-Verordnung für die therapierelevante Diagnose anzugeben. Hiervon kann in Ausnahmefällen abgewichen werden, zum Beispiel bei der Verordnung während des Hausbesuches des Arztes.

Hintergrund hierfür ist unter anderem die bereits seit dem 1. Januar 2013 bestehende Möglichkeit der Ärzte, Praxisbesonderheiten nach der Anlage 1 beziehungsweise 2 auf der Verordnung über die Angabe des ICD-10-Codes zu "kennzeichnen".

Fehlt sowohl der ICD-10-Code als auch die Klartextdiagnose, wird die Verordnung wegen "fehlender Diagnose" abgesetzt. (siehe Punkt 12 des Prüfkatalogs)

Wird nur der ICD-10-Code angegeben, so ersetzt dieser die Klartextdiagnose.

Passen der ICD-10-Code und die Klartextdiagnose nicht zusammen, ist die Klartextdiagnose für die Gültigkeit der Heilmittel-Verordnung relevant.

Im Rahmen der Abrechnung im Datenträgeraustausch sind alle auf der Verordnung angegebenen Informationen nach der Technischen Anlage auch bei der Abrechnung zu übermitteln. Insofern sind auch bei der Angabe mehrerer ICD-10-Codes grundsätzlich alle im Datensatz der Abrechnung zu dieser Verordnung anzugeben.

Im Übrigen weisen wir auf die Ausführungen des AOK-Bundesverbandes in seinem Schreiben an die Abrechnungszentren zur Übermittlung des ICD-10-GM-Codes vom 20. Dezember 2013 hin.

Heilmittelabrechnung: Übermittlung des ICD-10-GM-Codes
Schreiben des AOK-Bundesverbandes an die Abrechnungszentren zur Übermittlung des ICD-10-GM-Codes

ICD-10-Schlüssel zur Verordnung von Podologie

Da es für die zur Verordnung von podologischen Leistungen relevante Diagnose "Diabetisches Fußsyndrom mit Angio- und/oder Neuropathien" keine adäquate ICD-10-Veschlüsselung gibt, hat der GKV-Spitzenverband mit Schreiben vom 30. Juni 2014 die Berufsverbände der Podologen und die Kassenärztliche Bundesvereinigung darüber informiert, welche ICD-10-Verschlüsselungen bei der podologischen Verordnung angegeben werden können.

ICD-10-Schlüssel zur Verordnung von Podologie
Schreiben des GKV-Spitzenverbandes

Wir werden diese Diagnosen bei der Prüfung der Verordnungen entsprechend berücksichtigen.

 

Änderungen bei Behandlungsbeginn ab 1. Juli 2013

In den vergangenen Jahren haben wir bereits mehrfach auf die Prüfpflicht des Therapeuten im Zusammenhang mit fehlerhaften Heilmittelverordnungen hingewiesen. Leider mussten wir feststellen, dass unsere bisherigen Appelle bzgl. der Einhaltung der Bestimmungen der Heilmittel-Richtlinie und des Kataloges nicht zu einer spürbaren Verbesserung der Situation geführt haben. Wir bitten daher um Ihr Verständnis, dass wir nunmehr für eine Verbesserung der Situation im Rahmen gezielter Interventionen Sorge tragen möchten.

Konkret beabsichtigen wir im Rahmen der nachfolgend beschriebenen Maßnahmen im Zuge der Rechnungsprüfung eine nachträgliche Änderung oder Ergänzung der Verordnung nicht weiter zu ermöglichen. Wir gehen dabei davon aus, dass bereits zum Zeitpunkt der Abrechnung die in Rechnung gestellten Leistungen den ärztlichen Verordnungen entsprechen und die betreffenden Verordnungen dabei jeweils vollständig und plausibel sind. Dies bedeutet, dass wir unsere bisherige Verfahrenspraxis, in Einzelfällen die nachträgliche "Heilung" der Verordnungen zu ermöglichen, nicht weiter aufrechterhalten.

Die Umsetzung erfolgt für alle Verordnungen mit dem Behandlungsbeginn ab dem 1. Juli 2013*. Bitte beachten Sie, dass grundsätzlich Änderungen der ärztlichen Verordnung vom Arzt durchzuführen und mit Stempel und Unterschrift zu dokumentieren sind. Änderungen und Nachträge können auch per Fax durch die Praxis erfolgen und sind dann der Originalverordnung bei der Abrechnung beizufügen.


Alle in der Prüfliste aufgeführten Punkte gelten ab Einreichen der Verordnung zur Abrechnung. Bis zu diesem Zeitpunkt sind erforderliche Änderungen oder Ergänzungen der Verordnung natürlich in jedem Fall möglich.

Prüfliste der AOK Rheinland/Hamburg für Verordnungen mit Behandlungsbeginn ab 01.07.13

Prüfliste für den Bereich der Physiotherapie/physikalischen Therapie

Prüfliste für den Bereich der Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie (SSST)*
* Aufgrund der aktuell auf der Bundesebene vereinbarten Rahmenempfehlung der Stimm-, Sprech- und Sprachtherapeuten ist die geänderte Prüfliste für diesen Bereich erst für Verordnungen mit dem Behandlungsbeginn ab 1. September 2013 gültig.

Prüfliste für den Bereich der Ergotherapie

Prüfliste für den Bereich der Podologie

Über unsere veränderte Verfahrenspraxis haben wir ebenfalls die Kassenärztlichen Vereinigungen in Nordrhein und in Hamburg in Kenntnis gesetzt und darauf aufmerksam gemacht, dass es jetzt vermehrt zu Rückmeldungen aus den Therapeutenpraxen kommen kann, wenn Verordnungen nicht entsprechend der Heilmittel-Richtlinie ausgestellt werden.

Sollten Sie – wider Erwarten – bei Vertragsärzten im oben genannten Zusammenhang auf Ablehnung im Klärungsprozess stoßen, wären wir Ihnen für eine kurze schriftliche Information dazu, gerne auch per Mail, dankbar, sodass wir solche Sachverhalte aufgreifen können.

Mit dem Schreiben vom 24.06.13 haben wir die Berufsverbände der Heilmittelleistungserbringer darüber informiert, dass wir die Heilmittelverordnungen mit dem Behandlungsbeginn ab 01.07.13 der Prüfung entsprechend der vorstehenden Listen unterziehen werden.