Krankschreibungen: Ab 2016 weniger bürokratisch

Krankschreibungen: Ab 2016 weniger bürokratisch

(17.08.15) Bei Arbeitsunfähigkeit gibt es ab 1. Januar 2016 nur noch ein Formular. Das bisherige Formular zum Bezug von Krankengeld fällt dann weg. Darauf haben sich der GKV-Spitzenverband und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) geeinigt.

Der sogenannte Auszahlschein für Krankengeld (Muster 17) wird ab 2016 in die klassische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (Muster 1) integriert. Auf dem neuen Muster 1 bescheinigen Vertragsärzte sowohl eine Arbeitsunfähigkeit während der Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber als auch während der Krankengeldzahlung durch die Krankenkasse.

Durchschlag für Patienten

Und noch etwas ändert sich: Patienten erhalten künftig einen Durchschlag der Krankschreibung. Darauf ist vermerkt, dass für den Bezug von Krankengeld ein lückenloser Nachweis der Arbeitsunfähigkeit erforderlich ist. Bislang erhalten nur die Krankenkasse und der Arbeitgeber eine Kopie der Krankschreibung.

Zurzeit stellen viele Ärzte bei Krankengeldbezug parallel zu Muster 17 auch Muster 1 aus, da die Patienten eine Bescheinigung für ihren Arbeitgeber brauchen. Auch dieses Verfahren wird ab 2016 vereinfacht: Die doppelte Dokumentation fällt ebenso weg wie das handschriftliche Ausfüllen des Auszahlscheins. 

Lückenloser Nachweis ist einfacher

Seit das GKV-Versorgungsstärkungsgesetz am 24. Juli 2015 in Kraft getreten ist, ist es für gesetzlich Versicherte bereits einfacher, ihre Arbeitsunfähigkeit nachzuweisen. Die wichtigsten Änderungen:

  • Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung gilt nun ab dem Tag der Ausstellung und nicht mehr erst ab dem Folgetag.
  • Samstage gelten dabei künftig nicht mehr als Werktage. Versicherte, die ein Arzt bis Freitag krank geschrieben hat, benötigen erst am folgenden Montag eine Folgebescheinigung, falls sie weiterhin nicht arbeiten können. Bislang mussten sie bereits am Freitag ein ärztliches Attest einholen, um lückenlos Krankengeld beziehen zu können.
  • Versicherte haben künftig Anspruch auf individuelle Beratung und Hilfestellung durch ihre Krankenkasse. Sie müssen dieser Beratung schriftlich zustimmen und können die Einwilligung jederzeit widerrufen.

Speziell geschulte Fachberater Krankengeld der AOK Rheinland/Hamburg stehen den Versicherten schon seit Langem während der gesamten Dauer der Arbeitsunfähigkeit als persönliche Ansprechpartner zur Seite.

Mehr Infos zum Thema Arbeitsunfähigkeit und Vordrucke gibt es auf den Seiten der KBV.