Rückengerechtes Arbeiten: Alle Möglichkeiten nutzen

Wenn Pflegekräfte einen Bewohner mit der "Hauruck"-Methode vom Bett in den Rollstuhl setzen, tut das keinem Beteiligten gut. Die Altenpfleger belasten ihren Rücken, der Pflegebedürftige verkrampft sich und verliert seine Selbstständigkeit. Doch wie kann man trotz Zeitdrucks den alten Menschen gerecht werden und Rückenbeschwerden vorbeugen? vigo PraxisService gibt Tipps, wie Sie Ihr Kreuz schonen und gesund erhalten können.

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  • Achten Sie bei Arbeiten im Stehen auf eine günstige Arbeitshöhe. Wer höhenverstellbare Pflegebetten, Arbeitstische und Sitzmöbel richtig einstellt, kann so nach vorne gebeugtes Arbeiten vermeiden.
  • Der Einsatz von Hilfsmitteln trägt dazu bei, den Rücken zu schonen. Daher lohnt es sich, beim Bewegen und Lagern beispielsweise Gleitmatten, Rollbretter und Patientenaufrichter zu verwenden.
  • Muskeln und Gelenke vertragen keine monotonen Körperhaltungen und einseitigen Bewegungsabläufe. Wechseln Sie daher möglichst oft zwischen Stehen, Sitzen und Bewegen ab. Zur Entlastung können Sie sich auch zwischendurch an die Wand stellen.
  • Zu zweit geht es besser: Versuchen Sie nicht, alles alleine zu schaffen. Bewegen Sie Patienten wenn möglich zusammen mit einer Kollegin oder einem Kollegen.
  • Wer die Bewohner aktiv in Abläufe beim Mobilisieren mit einbezieht, kann die Belastungen für Rücken und Gelenke erheblich reduzieren. Außerdem stärkt dies das Selbstvertrauen der Pflegebedürftigen. Dabei helfen Pflegekonzepte wie Kinästhetik, Bobath und Basale Stimulation.
  • Arbeiten Sie körpernah. Verlagern Sie das Gewicht von einem Fuß auf den anderen, statt die Bewegung aus Rücken oder Armen heraus auszuführen.
  • Achten Sie auf rückengerechtes Heben und Tragen, wenn Sie es sich nicht vermeiden können. Heben Sie beispielsweise Getränkekästen und Wäschesäcke aus den Beinen heraus und nicht aus dem Rücken. Vermeiden Sie es, Ihre Wirbelsäule zu verdrehen. Benutzen Sie möglichst Hebe- und Tragehilfen.
  • Fußgerechte Schuhe sind nicht nur angenehm zu tragen, sondern verringern auch die Belastungen für Rücken und Gelenke. Sie sollten fest anliegen und hinten geschlossen sein. Vor dem Ausrutschen schützt eine rutschfeste Sohle. Gute Dämpfung und ein Fußbett helfen, die Gelenke zu entlasten. Rollen Sie beim Gehen Ihre Füße bewusst von der Ferse über den Fußaußenrand bis zur Großzehe ab.
  • In der Pflege wird der Rücken stark belastet. Durch gezieltes Training, zum Beispiel mithilfe gymnastischer Übungen, sowie Bewegung in der Freizeit können Sie Ihre Rückenmuskulatur kräftigen und durch Beschwerden vorbeugen.
  • Vermeiden Sie Dauerstress, der zu schmerzhaften Verspannungen führen kann. Prüfen Sie, ob Sie Belastungen verringern können, etwa durch Vorschläge für organisatorische Veränderungen oder ein besseres Zeitmanagement. Sorgen Sie auch für ein gutes Arbeitsklima, indem Sie kollegial im Team arbeiten und Probleme ansprechen.
  • Achten Sie darauf, dass neben der Arbeit Ihre Freizeit und Ihr Wohlbefinden nicht zu kurz kommen. Gönnen Sie sich Zeit für Familie, Freunde, Freizeitaktivitäten oder einfach mal zum Faulenzen. Beim Abschalten können auch Entspannungstechniken wie die Progressive Muskelrelaxation helfen.


Das BGF-Institut bietet Beschäftigten in Pflegeheimen beispielsweise die Kompaktschulung "Rückenfit am Arbeitsplatz" sowie Workshops zur Rückengesundheit an.

Wie Sie Rückenschmerzen vorbeugen können, erfahren Sie auch auf vigo Online.