Neue zahnärztliche Approbationsordnung kommt

(22.07.19) Zahnärzte erhalten zum 1. Oktober 2020 eine neue Approbationsordnung. Die Bundesregierung bestätigte die von Gesundheitsminister Jens Spahn vorgelegte Verordnung zur Neuregelung der zahnärztlichen Ausbildung auf einer Kabinettssitzung Anfang Juli. Damit passierte die Novelle die letzte Hürde. Der Bundesrat hatte dem Vorschlag bereits im Juni zugestimmt. Damit kann die seit 1955 fast unverändert geltende Approbationsordnung für Zahnärzte (ZApprO) nun modernisiert werden.

Die ZApprO regelt die Ausbildung von Zahnärzten. Sie setzt die Rahmenbedingungen für das Hochschulstudium.

Zahnmedizin studieren: Was ändert sich ab 2020?

In Zukunft gliedert sich die Ausbildung in einen viersemestrigen vorklinischen und einen sechssemestrigen klinischen Studienabschnitt. Durch die Reform des Studiums sollen insbesondere die Grundlagen der präventiven und restaurativen Inhalte künftig besser und frühzeitiger in die Ausbildung einbezogen werden.

Zudem sollen mehr medizinische Unterrichtsveranstaltungen im klinischen Studienabschnitt der Zahnmedizin Allgemeinerkrankungen künftig besser in der zahnmedizinischen Ausbildung abgebildet werden. Schließlich können orale Befunde als Früh-, Leit- und Begleitsymptome Hinweise für Diagnostik und Therapie einer Allgemeinerkrankung geben. Umgekehrt haben allgemeinmedizinische Erkrankungen und deren Therapie Einfluss auf die zahnärztliche Behandlung.

Geplant ist zudem, in den Praxisteilen des Zahnmedizinstudiums das Zahlenverhältnis von Lehrenden zu Studierenden zu verbessern.

Gestärkt werden zudem Strahlenschutz und wissenschaftliche Kompetenz.Zugleich ist mit der Novelle die Gleichwertigkeitsprüfung für ausländische Zahnärzte geklärt worden.

Keine gemeinsame Ausbildung für Studenten der Medizin und Zahnmedizin

Ursprünglich hatte die Novelle der ZApprO vorgesehen, Studenten der Zahnmedizin und Humanmedizin im vorklinischen Bereich gemeinsam auszubilden. Der Bundesrat hatte dies vorerst abgelehnt, da eine solch grundlegende Reform erst sinnvoll sei, wenn auch die allgemeine medizinische Ausbildung erfolgt. Diese soll im Rahmen des sogenannten „Masterplans Medizinstudium 2020“ erst im kommenden Jahr zwischen Bund und Ländern ausgehandelt werden.

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