Innovatives Projekt der AOK PLUS mit Leipziger Partnern testet telemedizinische Versorgung von Pflegebedürftigen

(10.01.19) Anfang November 2018 hat die AOK PLUS gemeinsam mit zwei Hausarztpraxen und drei Pflegeeinrichtungen in Leipzig das Projekt Telekonsil gestartet. Zunächst befristet auf drei Monate wollen die Projektpartner konkrete Möglichkeiten der Telemedizin im Bereich der stationären und ambulanten Pflege testen.

Die AOK PLUS hat dafür zwei Hausarztpraxen (Dr. Lipp und Dr. Flohr) und drei Pflegeeinrichtungen (Maximilianstift Leipzig, Domizil am Ostplatz Leipzig und Ambulanter Pflegedienst Löwenherz) mit Technik-Paketen ausgestattet. Diese Technik-Pakete beinhalten jeweils Tablets mit Software zur Videokommunikation sowie Medizinprodukte, wie beispielweise ein 22-Kanal-EKG, ein Pulsoximeter und ein Dermatoskop zur Vitaldatenerhebung. Einbezogen in das Projekt sind in der Pilotphase außerdem Fachärzte für Gastroenterologie, für Chirurgie, für Neurologie, für HNO, für Dermatologie und für Gynäkologie.

Während der jetzt laufenden Pilotphase sind inzwischen zwei verschiedene Anwenderfälle getestet worden.

Im ersten Anwenderfall kann der Arzt bei der Visite in der Pflegeeinrichtung mit Hilfe des Technik-Pakets die Vitaldaten des pflegebedürftigen Bewohners der stationären Pflegeeinrichtung erheben und einen Facharzt per Video hinzuziehen, um mit ihm die weitere Behandlung abzustimmen.

Beim zweiten Anwenderfall setzen die Pflegefachkräfte der Pflegeeinrichtungen beziehungsweise des ambulanten Pflegedienstes die Technik-Pakete aktiv im Alltag ein, um bei Bedarf den Hausarzt per Video zu einem Pflegebedürftigen hinzuzuschalten und auf ärztliche Anweisung dessen Vitaldaten erheben sowie das weitere Vorgehen abzustimmen zu können.

Der Hausarzt hätte zudem die Möglichkeit, einen Facharzt per Dreierkonsil einzubinden. Beide Anwenderfälle wurden gemeinsam mit Herrn Dr. Lipp und Herrn Dr. Flohr sowie den Pflegeeinrichtungen erarbeitet.

"Ziel des Projekts ist es, die haus- und fachärztliche Versorgung in Pflegeeinrichtungen gerade unter den Bedingungen des Fachkräftemangels sowohl beim Pflegepersonal als auch bei fach- und hausärztlichen Kapazitäten mit den Möglichkeiten der Telemedizin zu sichern," sagt Rainer Striebel, Vorstandsvorsitzender der AOK PLUS. Darüber hinaus sollen unnötige stationäre Einweisungen und Facharztbesuche vermieden werden, da diese oft mit großem Aufwand einhergehen und belastend für die Pflegebedürftigen sind. Außerdem sollen im Rahmen dieses Projekts das Berufsbild der Pflegefachkraft gestärkt und alle Prozessbeteiligten durch den Einsatz von Telemedizin entlastet werden.

Die innovative Vorreiterrolle der Projektbeteiligten betont Dr. Thomas Lipp: "Jetzt haben wir erstmals die Möglichkeit, flächendeckend ein modernes System zu installieren. Das, was wir hier aufbauen, muss technisch so ausgefeilt sein, dass es künftig auch bei anderen Nutzern funktioniert." Geklärt werden müsse dafür noch die künftige Vergütung. "Die Kassenärztliche Vereinigung muss erkennen, dass das keine Spielerei ist, sondern eine sinnvolle Grundversorgung".

Über die Weiterführung und Ausweitung des Projekts wird nach Auswertung der praktischen Erfahrungen der Projektbeteiligten nach der Pilotphase entschieden.

(Pressemitteilung der AOK PLUS vom 8. Januar 2019)