Konzept für neues Bewertungssystem für Pflegeheime vorgelegt

(26.11.18) Pflegebedürftige und ihre Angehörigen sollen es künftig leichter haben, ein gutes Pflegeheim oder einen ambulanten Pflegedienst zu finden. Das sehen Empfehlungen für einen neuen "Pflege-TÜV" vor, die Wissenschaftler nun vorgelegt haben. Ziel ist es, die tatsächliche Situation in den Einrichtungen realistischer zu erfassen.

Das jetzt vorgelegte Gutachten beschreibt Grundzüge eines neuen Prüfverfahrens. Dabei soll grundsätzlich der „Blick auf die tatsächliche Lebens- und Versorgungssituation“ Vorrang vor der Beurteilung von Aufzeichnungen haben, heißt es in der Konzeption. Abgelöst werden soll das bisherige System mit seinen umstrittenen Pflegenoten, die generell zu positiv ausfallen.

Ab Herbst 2019 neuer Pflege-TÜV

Die Reform des Pflege-TÜV wird seit längeren diskutiert. Von Land zu Land variierten die Noten zwischen 1,1 und 1,4. "Ein TÜV, bei dem heute fast jedes Heim ein ‚sehr gut’ bekommt, verdient seinen Namen nicht", sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kürzlich der Funke-Mediengruppe. Der Minister will das Bewertungssystem bis zum Herbst 2019 umstellen.

Das jetzt vorgelegte Konzept sieht vor, das künftig konkret geschaut werden soll, wie gut die Pflege wirklich ist, zum Beispiel beim Erhalt von Mobilität und Selbstständigkeit im Alltag, bei schweren Stürzen oder Wundliegen im Bett. Ergebnisse dazu sollen Heime erst einmal für alle Heimbewohner erfassen.

Weiter erfolgt eine externe Prüfung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen, die sich in einer Stichprobe ein Bild von bis zu neun Bewohnern machen sollen. An erster Stelle stehe dabei nicht die allgemeine Frage nach der Eignung von Konzepten oder organisatorischen Festlegungen, heißt es im Gutachten, sondern ob Bewohner den „Bedürfnissen entsprechend Unterstützung“ erhalten.

Neues Bewertungssystem für externe Prüfung

Anstelle der Pflegenoten schlagen die Wissenschaftler ein neues Bewertungssystem für die externe Prüfung vor. Es operiert mit vier Kategorien, die mit quadratischen Kästchen symbolisiert werden sollen: "keine oder geringe Qualitätsdefizite", "moderate Qualitätsdefizite", "erhebliche Qualitätsdefizite", "schwerwiegende Qualitätsdefizite". Dabei stehen vier Punkte für die beste Bewertung, ein Punkt für die schlechteste.

Das Projekt "Entwicklung neuer Konzepte für externe Qualitätsprüfungen und öffentliche Qualitätsdarstellungen in der stationären pflegerischen Versorgung" wurde vom "Qualitätssauschuss Pflege" in Auftrag gegeben. Das Konzept haben Wissenschaftler unter Federführung des Instituts für Pflegewissenschaft an der Universität Bielefeld vorgelegt.

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