G-BA: Organisiertes Darmkrebs-Screening gestartet

(25.04.19) Das neu organisierte Programm zur Früherkennung von Darmkrebs ist offziell angelaufen. Seit dem 19. April können Ärzte die Darmkrebsfrüherkennung für gesetzlich Versicherte ab 50 Jahren abrechnen. Darauf hat der Gemeinsame Bundesauschuss (G-BA) jetzt hingewiesen. Der entsprechende Beschluss war bereits vergangenen Herbst in Kraft getreten. 

Wie der G-BA mitteilt, wird Männern nun ab einem Alter von 50, und nicht wie bisher ab 55 Jahren, eine Darmspiegelung angeboten. Bei Frauen bleibt die Altersgrenze für die Koloskopie bei 55 Jahren. Wie bisher können auch Tests auf nicht sichtbares Blut im Stuhl in Anspruch genommen werden.

Evidenzbasierte Informationen über Vor- und Nachteile der Früherkennung

Grundsätzlich erhalten alle Versicherten zukünftig mit Erreichen des Alters von 50 Jahren von ihrer Krankenkasse eine Einladung zur Teilnahme am Darmkrebs-Screening. Weitere Einladungen erfolgen – sofern die Versicherten nicht widersprechen – jeweils mit dem Erreichen des Alters von 55, 60 und 65 Jahren. Der erste Einladungsstichtag ist der 1. Juli 2019.

Die mit dem Einladungsschreiben verschickte Versicherteninformation legt ausführlich die Vor- und Nachteile der Teilnahme an der Darmkrebs-Früherkennung, die verschiedenen Untersuchungsmöglichkeiten und den Ablauf der Untersuchungen dar. Die Wahrnehmung des neuen Screening-Angebots ist jedoch nicht an den Erhalt eines Einladungsschreibens gekoppelt.

Versicherteninformationen beim G-BA bestellen

Im Alter von 50 bis einschließlich 54 Jahren können alle Frauen, sowie Männer, die sich nicht für eine Darmspiegelung entschieden haben, jährlich einen immunologischen Test (iFOBT) auf Blutspuren im Stuhl durchführen lassen.

Ab 55 Jahren besteht der Anspruch auf diese Untersuchung (iFOBT) alle zwei Jahre, sofern die Patienten davor noch keine Darmspiegelung haben durchführen lassen. Wenn der Stuhltest ein auffälliges Ergebnis zeigt, ist eine Darmspiegelung zur Abklärung des Befunds notwendig.

Die vom G-BA für Frauen und Männer spezifisch entwickelten Versicherteninformationen stehen den Kassenärztlichen Vereinigungen und den Krankenkassen bereits zur Verfügung, weitere Bestellungen sind über das Online-Bestellsystem des G-BA jederzeit möglich.