Zuzahlungen bei Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen

Versicherte müssen sich an den Kosten für Vorsorge und Rehabilitation beteiligen. Die Höhe und die Dauer der Zuzahlungen sind davon abhängig, welche Vorsorge- beziehungsweise Rehabilitationsmaßnahme verordnet wurde. Die Versicherten zahlen den entsprechenden Betrag an die Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtung. Diese leitet die Zahlung an die Krankenkasse weiter.

 

Zuzahlung bei medizinischen Rehabilitationsleistungen

Bei stationären und ambulanten Rehabilitationsleistungen leisten Versicherte (ab 18 Jahre) je Kalendertag eine Zuzahlung von zehn Euro. Die Dauer der Zuzahlung hängt davon ab, welche Rehabilitationsmaßnahme verordnet wurde:

Bei einer Anschlussrehabilitation nach häuslicher Krankenpflege, ambulanten Operationen oder Krankenhausbehandlungen ist die Zuzahlung auf 28 Tage begrenzt, eine Anrechnung bereits im Krankenhaus geleisteter Zuzahlungen erfolgt. Mehrere Krankenhausaufenthalte innerhalb eines Kalenderjahres werden zusammengerechnet.

Eine auf 28 Tage begrenzte Zuzahlung kann auch bei bestimmten indikationsspezifischen Rehabilitationsleistungen (Entwöhnungsbehandlungen, psychische Erkrankungen, geriatrische Rehabilitationsmaßnahmen) in Betracht kommen. Gleiches gilt für Maßnahmen, die länger als 42 Tage beziehungsweise sechs Wochen dauern.

Indikationen für die Erhebung der verminderten Zuzahlung gemäß § 40 Abs. 7 SGB V bei ambulanten und stationären Rehabilitationsmaßnahmen
Fassung vom 01.01.04

Zuzahlung bei ambulanten und stationären Vorsorgemaßnahmen

Bei ambulanten Vorsorgeleistungen sieht der Gesetzgeber eine Zuzahlung von zehn Euro für die ärztliche Verordnung und zehn Prozent für die verordneten Anwendungen (Heilmittel) vor. Bei stationären Vorsorgeleistungen zahlt der Versicherte zehn Euro je Kalendertag zu.

Bei einer ambulanten Vorsorgekur in einem anerkannten Kurort sind vom Versicherten zehn Prozent der Kosten für Heilmittel sowie zehn Euro je Verordnung zu zahlen. Die Kosten der verordneten medizinischen Leistungen übernimmt die Krankenkasse. Für Fahrkosten, Unterbringung und Verpflegung kann die Kasse einen Zuschuss von maximal 13 Euro pro Tag (ab 1. Januar 2016 16 Euro), bei chronisch kranken Kleinkindern 21 Euro (ab 1. Januar 2016 25 Euro) gewähren. Einige Krankenkassen gewähren den Zuschuss auch in Form einer Pauschale.

Ein Sonderfall der ambulanten Vorsorgekur ist die Kompaktkur. Hier trägt die Kasse die Kosten, der Versicherte leistet eine Zuzahlung von zehn Euro pro Kalendertag.

Befreiung von Zuzahlungen

Versicherte müssen bis zu zwei Prozent ihres Bruttojahreseinkommens als Zuzahlung leisten. Für schwerwiegend chronisch kranke Versicherte beträgt diese Belastungsgrenze ein Prozent. Hat der Versicherte bereits im Laufe eines Jahres Zuzahlungen bis zu seiner Belastungsgrenze erbracht, kann er sich für den Rest des Kalenderjahres von weiteren Zuzahlungen befreien lassen.