Interaktive Beschäftigungsangebote für Demenzkranke

(06.11.15) Etwa 1,4 Millionen Menschen in Deutschland leiden an Demenz, schätzt die Deutsche Alzheimer Gesellschaft. Im Verlauf der Erkrankung fällt es Betroffenen zunehmend schwer, sich zu verständigen. Sie haben Mühe, die richtigen Worte zu finden oder zu verstehen, was ihr Gegenüber meint. Gleichzeitig bleibt das Bedürfnis zu kommunizieren fast immer bis zum Lebensende erhalten. Auch die Gefühlswelt der Kranken bleibt lebendig. Für Pflegende ist es nicht einfach, sich in die Kranken hineinzuversetzen, einfühlsam auf sie einzugehen und die Beziehung positiv zu gestalten. Um sie dabei zu unterstützen, bietet die AOK einen Aufklärungsfilm und interaktive Beschäftigungskonzepte an. Dafür kooperiert die Gesundheitskasse mit der Initiative "Ilses weite Welt".

Gefühle von Kranken ansprechen

In dem Aufklärungsfilm "Demenz mit Hoffnung begegnen" erfahren Pflegende, wie sie die Gefühle der Kranken ansprechen und sie zum Erzählen und Mitmachen anregen - etwa durch gemeinsames Erinnern an schöne Erlebnisse aus der Vergangenheit, Musik und Bewegung. 

Auch speziell für demenziell Erkrankte entwickelte Beschäftigungsangebote können die Kommunikation fördern. Dazu gehören Filme mit ruhigen Bildern und langen Einstellungen sowie Fotokarten und Fühlmaterialien. Die Beschäftigungsangebote basieren auf der Methode der Validation, die von der Gerontologin Naomi Feil entwickelt wurde. Dabei geht es darum, die Wirklichkeit der Kranken zu akzeptieren und auf der Gefühlsebene Zugang zur Erlebniswelt der Betroffenen zu bekommen.

Die wissenschaftliche Auswertung eines Pilotprojektes hat gezeigt, dass sich mithilfe der Beschäftigungsmaterialien von "Ilses weiter Welt" die Kommunikation zwischen Demenzkranken und Pflegenden beleben lässt und dass diese einen wertvollen Beitrag zur Betreuung der Patienten leisten.

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