Altenpfleger verdienen weniger als Krankenpfleger

(05.02.15) Altenpfleger in Deutschland verdienen deutlich weniger als Krankenpfleger. Das ist ein Ergebnis einer aktuellen Studie vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB). So erhielten im Jahr 2013 die vollzeitbeschäftigten Fachkräfte in der Krankenpflege durchschnittlich 3.042 Euro brutto im Monat, in der Altenpfleg dagegen nur 2.441 Euro.

Lohnlücke zwischen Ost und West

Neben den Gehaltsunterschieden innerhalb der Pflegeberufe gibt es laut Studie auch starke regionale Schwankungen. Das durchschnittliche Bruttoentgelt der vollzeitbeschäftigten Fachkräfte in der Krankenpflege lag 2013 in Ostdeutschland bei 2.738 Euro, in Westdeutschland bei 3.139 Euro. Fachkräfte in der Altenpflege verdienen demgegenüber deutlich weniger: 1.945 Euro im Osten und 2.568 Euro im Westen. "In den ostdeutschen Bundesländern haben die Fachkräfte der Altenpflege durchschnittlich fast 30 Prozent weniger Einkommen, im Westen rund 18 Prozent", sagte Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann, bei der Vorstellung der Ergebnisse. Außerdem verdienten Altenpfleger teilweise weniger als beispielsweise ein Krankenpflegehelfer in einer Klinik. "Diese Lohnschere ist nicht vernünftig zu begründen. Um diesen unhaltbaren Zustand zu beenden, brauchen wir endlich die generalistische Pflegeausbildung", so Laumann weiter. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit, dieser Grundsatz müsse auch für den Pflegeberuf insgesamt gelten.

Im Vergleich mit anderen Fachkräften in Deutschland werden Krankenpfleger besser bezahlt. Ihr Lohn liegt in Ostdeutschland 18,1 Prozent über dem Durchschnittsverdienst anderer Fachkräfte, im Westdeutschland 11,4 Prozent. Dagegen verdienen die Fachkräfte in der Altenpflege im Vergleich zu anderen Beschäftigten deutlich weniger: Ost - 16,1 Prozent, West - 17 Prozent.

Hohe Teilzeitquote in der Pflege

Die Studie wies auch eine hohe Teilzeitquote in der Pflege aus. Nur jede zweite Kraft hat demnach eine Vollzeitstelle. Ein Grund dafür könnte laut Studie der hohe Anteil an Frauen in den Pflegeberufen sein. Dabei gaben vor allem Pflegekräfte in Osten an, unfreiwillig in Teilzeit zu arbeiten, da es keine Vollzeitstellen verfügbar seien. Im Westen dominieren dagegen persönliche und familiäre Verpflichtungen als Ursachen. Die Studienautoren schlussfolgern daraus, dass gerade in Ostdeutschland eine Arbeitszeitausweitung bereits Beschäftigter substantiell dazu beitragen könnte, die Arbeitskräfteknappheit zu lindern.