Regionale Unterschiede in der ambulanten Pflege

(23.01.15) Die Versorgungssituation in der häuslichen Pflege ist in den einzelnen Regionen Deutschlands sehr unterschiedlich. Zu diesem Ergebnis kommt eine gemeinsame Studie der Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) und des Instituts für Medizin-, Pflegepädagogik und Pflegewissenschaft an der Charité Universitätsmedizin Berlin. Demnach besteht beispielsweise in Norddeutschland bei jedem zweiten Pflegebedürftigen ein zusätzlicher Hilfe- und Pflegebedarf. Im Bundesdurchschnitt gilt dies immerhin für jeden Dritten.

Der Studie zufolge benötigen vor allem alleinlebende Menschen einen zusätzlichen Hilfe- und Pflegebedarf: Hauptsächlich in Mecklenburg-Vorpommern oder Schleswig-Holstein ist demnach mehr als jeder zweite Pflegebedürftige betroffen. "Da sich im letzten Jahrzehnt die Zahl der alleinlebenden Pflegebedürftigen verdoppelt hat, wird die Frage nach einer angemessenen Unterstützung dieser stark wachsenden Gruppe immer wichtiger", erklärt Dr. Ralf Suhr, Vorstandsvorsitzender des ZQP.

Während in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz alleinlebende Pflegebedürftige zumindest hin und wieder Besuch von Nachbarn, Freunden oder Angehörigen bekommen, bleiben in Berlin fast 30 Prozent der zu Pflegenden allein zu Hause. "Der einzige soziale Kontakt besteht hier in den täglichen Routinebesuchen des ambulanten Dienstes", so Suhr. Besonders ausgeprägt ist die Einsamkeit alleinlebender pflegebedürftiger Menschen in Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern, wo nur etwa jeder Fünfte beziehungsweise jeder Siebte ausschließlich Besuch vom Pflegedienst bekommt.

Bei den in der Studie befragten Pflegebedürftigen ist der überwiegende Teil mit seiner ambulanten Versorgung zufrieden. Knapp zwei Drittel der Befragten empfinden die Arbeitsweise als sehr angenehm. Immerhin 60 Prozent der Pflegebedürftigen geben an, mehr vom Leben zu haben, seit sie ambulant betreut werden. Fast die Hälfte ist zudem der Meinung, dass der Pflegedienst unterstützend in der Aufrechterhaltung von Kontakten zu Freunden und Bekannten wirkt.

Zum Kurzbericht der Studie