Qualitätskriterien für Hausgeburten beschlossen

(29.09.15) Für die geburtshilflichen Leistungen von Hebammen gelten ab sofort auch bei Hausgeburten verbindliche Qualitätskriterien. Diese Entscheidung traf die zuständige Schiedsstelle im Konflikt der Berufsverbände der Hebammen mit dem GKV-Spitzenverband. Im Zuge des Verfahrens traf die Schiedsstelle auch eine neue Ausgleichsregelung für die steigenden Prämien zur Berufshaftpflicht. Gleichzeitig wird eine bereits beschlossene Honorarerhöhung wirksam. Das teilte der GKV-Spitzenverband mit.

Mit dem Schiedsspruch gelten die für Geburtshäuser vereinbarten Qualitäts- und Ausschlusskriterien ab sofort auch für Hausgeburten. Ausgeschlossen werden Hausgeburten beispielsweise nach Uterusruptur, im Fall einer Inkompatibilität der Blutgruppen von Mutter und Kind sowie bei Vorliegen eines insulinpflichtigen Diabetes. Eine zusätzliche ärztliche Untersuchung vor der Hausgeburt ist unter anderem dann nötig, wenn Beckenanomalien vorliegen, ein Verdacht auf Missverhältnis zwischen Kind und Geburtswegen besteht oder der Geburtstermin drei Tage überschritten wird.

Ausgleich für Haftpflichtprämien ab vier Geburten im Jahr

Im Konflikt um steigende Prämien zur Berufshaftpflicht ersetzte die Schiedsstelle die bisher vereinbarten Zuschläge pro Geburtsleistung durch eine neue Regelung: Freiberufliche Hebammen erhalten bereits für vier geburtshilfliche Leistungen pro Jahr von den gesetzlichen Krankenkassen eine Erstattung ihrer Beiträge zur Berufshaftpflicht. Die Refinanzierung erfolgt rückwirkend bis zu zwei Mal im Jahr in vier Raten, sofern die Hebamme pro Quartal eine geburtshilfliche Leistung nachweisen kann.

Die Verhandlungen der Hebammen mit dem GKV-Spitzenverband waren im Sommer 2015 gescheitert. Ende Juni hatten die Krankenkassen die Schiedsstelle eingeschaltet. Hintergrund der damaligen Diskussion waren die seit Jahren steigenden Haftpflichtprämien für freiberuflich tätige Hebammen mit Geburtshilfe. Die GKV hatten seit 2010 einen Ausgleich in Form eines pauschalen Zuschlags auf einzelne Leistungen der Geburtshilfe gezahlt, der jedoch Hebammen mit vielen Geburten stark begünstigte. Für Hebammen mit wenigen Geburten war deshalb ab Juli 2015 ein gesetzlich vorgesehener Sicherstellungszuschlag vorgesehen – vorausgesetzt, die Hebammen würden sich auf Qualitätskriterien für Hausgeburten festlegen.