Kodierung und Klassifikation

 

Deutsche Kodierrichtlinien

Ärzte und Dokumentare in den Krankenhäusern verschlüsseln Operationen und Prozeduren nach den Deutschen Kodierrichtlinien (DKR). Im Regelwerk sind allgemeine und spezielle Kodierrichtlinien enthalten. Der allgemeine Teil beinhaltet neben den Definitionen von Begriffen wie Haupt- und Nebendiagnosen auch Regeln zur Kodierung von Diagnosen und Prozeduren sowie Hinweise zur Anwendung der Prozedurenklassifikationen. In den speziellen Kodierrichtlinien werden anhand von Fallbeispielen Konstellationen beschrieben, die entweder einer genaueren Festlegung bedürfen oder bei denen Ausnahmen von den allgemeinen Kodierrichtlinien vorliegen.

 

Klassifikation

Grundlage für die Entgeltsysteme im stationären und ambulanten Bereich sind die Diagnosen- und Prozedurenklassifikationen ICD-10-GM und OPS. Beide werden jedes Jahr vom Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) aktualisiert und veröffentlicht.

Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten (ICD-10-GM)

Diagnosen müssen im ambulanten wie im stationären Bereich nach der ICD-10-GM verschlüsselt werden. Die Version der ICD-10-GM für das Jahr 2020 wurde jetzt in der endgültigen Fassung veröffentlicht.

2020  Engültige Fassung der ICD-10-GM 2020

Die neue Version enthält keine Aktualisierungen der WHO mehr, da die WHO für die Diagnosenklassifikation seit 2018 keine regelmäßigen Updates mehr herausgibt. Wichtige inhaltliche Änderungen in der ICD-10-GM Version 2020:

  • Zytokinfreisetzungs-Syndrom: Aufnahme einer neuen Schlüsselnummer zur spezifischen Abbildung 
  • Makuladegeneration: Aufnahme neuer Schlüsselnummern zur spezifischen Abbildung einer altersbedingten Makuladegeneration differenziert nach feuchter und trockener Form
  • Systemisches inflammatorisches Response-Syndrom (SIRS): Angleichung der Schlüsselnummern an die WHO-Fassung unter Berücksichtigung der aktuellen Definition der Sepsis
  • HIV-Präexpositionsprophylaxe: Aufnahme einer neuen Schlüsselnummer zur spezifischen Abbildung

2019  Endgültige Fassung der ICD-10-GM 2019

2018  Endgültige Fassung der ICD-10-GM 2018

2017  Endgültige Fassung der ICD-10-GM 2017 

 

 

Operationen- und Prozedurenschlüssel (OPS)

Der OPS dient zur Verschlüsselung von Operationen und medizinischen Prozeduren in der stationären Versorgung und beim ambulanten Operieren. Das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) hat die endgültige Fassung des OPS 2020 veröffentlicht. 

2020  Endgültige Fassung des OPS 2020

In die Endfassung gingen laut DIMDI 286 Vorschläge und zusätzliche Anforderungen aus der Weiterentwicklung der Entgeltsysteme für Krankenhausleistungen ein. Einige wichtige inhaltliche Änderungen im OPS 2020 sind folgende:

  • Änderung bestehender Kodes und Einführung neuer Kodes zur Implantation von Bestrahlungsmarkern
  • Einführung neuer Zusatzkodes für die Anzahl entfernter Polypen mit mehr als zwei Zentimetern Durchmesser
  • Überarbeitung der Mindestmerkmale des Zusatzkodes für die modulare Endoprothese
  • Überarbeitung der Hinweise und Mindestmerkmale für die Beatmungsentwöhnung (Weaning)

2019  Endgültige Fassung des OPS 2019

2018  Endgültige Fassung des OPS 2018

2017  Endgültige Fassung des OPS 2017 (mit Aktualisierung vom Juli 2017)

Anfang Dezember 2018 hat das DIMDI zum OPS 2019 einen Anhang zu Klarstellungen und Änderungen zu folgenden Kodes veröffentlicht.

  • Für die Kodes unter 8-550 (Geriatrische frührehabilitative Komplexbehandlung) gilt, dass nicht der Verlauf der Teambesprechung, sondern die Ergebnisse der Behandlung und die weiteren Behandlungsziele für den jeweiligen Patienten zu dokumentieren sind. Die Klarstellung ist rückwirkend gültig ab dem 1. Januar 2013.
  • Für die Kodes unter 8-981 und 8-98b (neurologische Komplexbehandlung des akuten Schlaganfalls) gilt nun, dass die auf maximal 30 Minuten begrenzte Zeitspanne zwischen Beginn und Ende des Rettungstransports die Zeit ist, die der Patient im Transportmittel verbringt (beispielsweise im Hubschrauber).

Die Klarstellung gilt rückwirkend ab dem 1. Januar 2014.