Mammographie-Screening: Entscheidungshilfe erleichtert Frauen die Wahl

(13.11.17) Der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) hat das Merkblatt zum Mammographie-Screening zu einer Entscheidungshilfe nach internationalem Standard weiterentwickelt. Frauen können damit Nutzen und Risiken der Brustkrebs- Früherkennung besser abwägen und so eine informierte Entscheidung für oder gegen eine Teilnahme treffen.

Jede Frau zwischen 50 und 69 Jahren erhält alle zwei Jahre eine schriftliche Einladung zum Mammographie-Screening. Das bisher beigefügte Merkblatt klärt über den Ablauf sowie die Vor- und Nachteile der Untersuchung auf. Damit Frauen besser entscheiden können, ob sie das Angebot zur Mammographie wahrnehmen wollen, hatte der GBA das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) mit der Überarbeitung des Merkblatts beauftragt. 

Frauen können sich umfassend informieren

Das neue Dokument enthält neben zusätzlichen Informationen, etwa zu Überdiagnosen und Sterblichkeit, auch eine konkrete Unterstützung: Eine tabellarische Übersicht fasst zusammen, was die Frauen von der nächsten Mammographie und von einer regelmäßigen Teilnahme in den nächsten 20 Jahren erwarten können. Betrachtet werden Aspekte wie Heilungschancen, Belastung durch auffällige Befunde, Risiko von Überdiagnosen oder Schmerzen. So kann jede Frau für sich abwägen und ankreuzen, welcher der genannten Punkte eher für oder gegen ihre Teilnahme spricht. Ziel ist dabei nicht, mehr Frauen vom Mammographie-Screening zu überzeugen, sondern ihnen die Entscheidung erleichtern, ob sie das Angebot nutzen möchten.

Mit der Weiterentwicklung des Merkblatts hat der GBA auch das Einladungsschreiben angepasst. Für Frauen, die auf ein ärztliches Aufklärungsgespräch vor der Untersuchung verzichten wollen, enthält es jetzt eine Verzichtserklärung, die sie unterschreiben müssen. Die Entscheidungshilfe des GBA soll ab 9. November 2017 mit den Einladungen versendet werden.

Brustkrebs ist häufigste Krebserkrankung bei Frauen

Mit über 70.000 Neuerkrankungen jährlich ist Brustkrebs die mit Abstand häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Etwa 35 von 1.000 Frauen sterben derzeit daran. Die Mammographie kann Brustkrebs im Frühstadium entdecken. Experten gehen davon aus, dass sich dadurch die Heilungschancen erhöhen und die Sterberaten sinken. Seit 2005 gehört die Untersuchung zum gesetzlichen Krebsfrüherkennungsangebot.

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