Lieferengpässe bei Arzneimitteln: BfArM und PEI schaffen Überblick

(15.10.15) Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) bietet jetzt im Internet eine Übersicht zu Lieferengpässen bei Impfstoffen. Veröffentlicht werden Human-Impfstoffe zum Schutz vor Infektionskrankheiten beziehungsweise ihrer Behandlung, die über einen Zeitraum von mehr als zwei Wochen nicht oder nur eingeschränkt verfügbar sind. Auch eine unerwartete, deutlich gesteigerte Nachfrage, der die Lieferanten nicht nachgekommen können, markiert laut PEI einen Lieferengpass. Zulassungsinhaber, Verbände und Hersteller haben sich gegenüber dem Institut verpflichtet, absehbare Lieferengpässe spätestens sechs Monate vorab zu melden. Über unerwartete Ereignisse, die zu Lieferengpässen führen, soll das PEI unverzüglich informiert werden.

In der Liste sind nur Angaben zu Impfstoffen aufgeführt, die von den Zulassungsinhabern derzeit vermarktet werden. Sie enthält zudem keine Angaben zu Impfstoffen, die von Parallelvertreibern, meist unter gleichem Namen, auf den Markt gebracht werden. Potenzielle Abnehmer können sowohl nach Impfstoffen suchen, die generell nicht mehr erhältlich sind, als auch nach solchen, bei denen lediglich bestimmten Packungsgrößen vergriffen sind. Das PEI informiert zudem darüber, wann der jeweilige Impfstoff voraussichtlich wieder verfügbar sein wird, und nennt Alternativen.

Lieferengpässe bei wichtigen Medikamenten für die Akutversorgung

Bereits seit einiger Zeit veröffentlicht auch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) eine Liste zu Lieferengpässen von Arzneimitteln auf der eigenen Webseite. Das BfArM führt Lieferengpässe von Arzneimitteln mit besonderer Relevanz für die Fachöffentlichkeit auf. Darunter fallen derzeit verschreibungspflichtige Arzneimittel zur Behandlung schwerwiegender Erkrankungen, für die keine Alternativpräparate verfügbar sind. Konkret gilt dies zum Beispiel für Onkologika, Antibiotika, Notfallmedikamente und Arzneimittel, die bei Operationen verwendet werden. Die Meldung erfolgt freiwillig. Das BfArM publiziert die Daten kurzfristig nach Einsendung einer entsprechenden Mitteilung durch den Zulassungsinhaber. Im Allgemeinen sollten absehbare Lieferengpässe sechs Monate vorab mitgeteilt werden. Das Institut kann jedoch die eingestellten Informationen nicht überprüfen und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.