Wachstum durch neue Hepatitis-C-Präparate

Foto: Apothekerin mit Verordnung

(17.08.15) Der deutsche Apothekenmarkt hat für 2015 bereits einen Rekordwert erreicht: Erstmals betrug der Umsatz mit apothekenpflichtigen Arzneimitteln innerhalb der ersten sechs Monate eines Jahres 15,1 Milliarden Euro. Er liegt damit 3,4 Prozent über dem Wert des Vorjahreszeitraums. Diese Zahlen ermittelte der Informationsdienstleister Insight Health auf der Basis einer Panel-Untersuchung von Apothekeneinkäufen zum Abgabepreise pharmazeutischer Unternehmen. Wie in den Vorjahren stieg dabei auch der Anteil verordneter Arzneimittel weiter an und liegt jetzt bei 83,1 Prozent. 

Deutliche Verschiebungen zeigten sich innerhalb der letzten fünf Jahre bei der Bedeutung einzelner Marktsegmente. Vor allem im Bereich der Infektionskrankheiten hat sich das Volumen nahezu verdoppelt. Von knapp einer Milliarde Euro (erstes Halbjahr 2011) stiegen die Umsätze mit systemischen Antiinfektiva im ersten Halbjahr 2015 auf 1,8 Milliarden. Den hohen Marktanteil von nun zwölf Prozent führt Insight Health vor allem auf den Erfolg der modernen Hepatitis-C-Therapien zurück. Allein im Teilmarkt der Virustatika, dem die entsprechenden Medikamente zuzuordnen sind, stieg der Umsatz auf 727 Millionen Euro. Er hat sich damit gegenüber dem Vergleichszeitraum vor fünf Jahren verdreifacht.

Sinkende Umsätze im Bereich Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Die Umsätze im umsatzträchtigen Bereich der kardiovaskulären Erkrankungen gingen dagegen von 1,56 Milliarden (erstes Halbjahr 2011) auf 1,2 Milliarden zurück (erstes Halbjahr 2015). Hintergrund ist der wachsende Marktanteil der Generika unter den verfügbaren Medikamenten, er stieg im selben Zeitraum von 42 auf 62 Prozent.