Günstige Alternative zu herkömmlichen Therapien

(29.07.15) Der Pharmahersteller GlaxoSmithKline und der GKV-Spitzenverband haben sich auf den Erstattungsbetrag für das Arzneimittel Anoro® geeinigt. Die Kombination der beiden enthaltenden Wirkstoffe – Umeclidinium und Vilanterol – ist für die Linderung der Symptome einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) bei Erwachsenen zugelassen. Der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) erkannte indes keinen zusätzlichen Nutzen gegenüber vergleichbaren Standardtherapien mittels sogenannter lang wirksamer Anticholinergika (auch "long acting muscarinergic antagonist" beziehungsweise LAMA) oder lang wirksamer Beta-2-Agonisten (auch "long acting beta-Agonist" beziehungsweise LABA) oder der Kombination beider Wirkstoffklassen. Damit ist Anoro® die derzeit günstigste Behandlungsalternative für COPD-Patienten, die eine feste LAMA/LABA-Wirkstoffkombination benötigen. COPD ist eine chronische, in der Regel fortschreitende Atemwegs- und Lungenerkrankung, bei der sich die Atemwege verengen und der Luftstrom beim Ausatmen behindert wird.

Verhandlungsziel: Kostenstabilität

Die Verhandlungen wurden auf der Basis des Arzneimittel-Neuordnungsgesetzes (AMNOG) geführt. Es verpflichtet die Hersteller, neue Produkte einer frühen Nutzenbewertung durch den GBA zu unterziehen. Kann der Hersteller keinen zusätzlichen Nutzen im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie belegen, so wird das Arzneimittel entweder in eine Festbetragsgruppe mit vergleichbaren Wirkstoffen eingeordnet oder aber ein Erstattungsbetrag ausgehandelt, der die Jahrestherapiekosten für die gesetzlichen Krankenkassen stabil hält. Dabei bleiben die Ärzte verpflichtet, Verordnungen auf Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit gemäß Paragraf 12 SGB V zu prüfen.