Steigende Ausgaben für Blutverdünner

(06.05.15) Die gesetzlichen Krankenversicherungen geben immer mehr für Blutgerinnungshemmer aus. Das geht aus einer Antwort (18/4701) der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage (18/4502) der Fraktion Die Linke hervor. Danach lagen die Ausgaben für Blutverdünner (Antikoagulantien) 2008 noch bei rund 68 Millionen Euro. Mit dem Markteintritt neuer Mittel wie Xarelto® oder Pradaxa erhöhten sich 2014 die GKV-Ausgaben auf knapp 675 Millionen Euro.

Laut der Antwort der Bundesregierung gehen die Kosten für neuere und ältere Gerinnungshemmer dabei drastisch auseinander. So werden die durchschnittlichen monatlichen Therapiekosten im Fall Xarelto mit 100,50 Euro angegeben, für Pradaxa mit 96,90 Euro und für Generika mit dem Wirkstoff Phenprocoumon mit 4,80 Euro.

Neben der finanziellen Belastung standen auch mögliche Gesundheitsrisiken für die Patienten im Fokus der Anfrage. Was letztere durch neue Gerinnungshemmer betrifft, sieht die Regierung derzeit keinen Handlungsbedarf. Alle zugelassenen Medikamente unterlägen einer ständigen Beobachtung auf mögliche Risiken. Meldungen über Nebenwirkungen würden auf Risikosignale hin untersucht. Aus den vorliegenden Meldungen, die dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) vorlägen, ergebe sich kein neuer Handlungsbedarf. Die letzte routinemäßige Überprüfung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses von Xarelto® sei im Oktober 2014 "mit Bestätigung eines positiven Verhältnisses" abgeschlossen worden.

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