Erstattungsbetrag für Sovaldi vereinbart

(13.02.15) Der GKV-Spitzenverband konnte sich mit dem US-Pharmaunternehmen Gilead auf einen Erstattungsbetrag für das Hepatitis-C-Präparat Sovaldi® (Wirkstoff Sofosbuvir) einigen. Das haben der GKV-Spitzenverband und der Pharmahersteller in einer Pressemitteilung mitgeteilt. Die Verhandlungen dauerten über sieben Monate.

Laut GKV-Spitzenverband gilt der Erstattungsbetrag für Sovaldi® drei Jahre und rückwirkend ab 23. Januar 2015. Es sei innerhalb der drei Jahre eine Staffelung verabredet worden, die in den zwei folgenden Jahren zu weiteren Einsparungen führe, erläuterte der GKV-Spitzenverband.

Grundlage für die Erstattungsbetragsverhandlungen war ein Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses. Dieser bescheinigt dem Wirkstoff Sofosbuvir für die Therapie der chronischen Hepatitis C bei fünf Prozent der Patienten einen beträchtlichen Zusatznutzen. Bei 35 Prozent der Patienten konnte ein Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen festgestellt werden. Bei etwa 60 Prozent der Patienten gilt ein Zusatznutzen als nicht belegt.

Die Preisgestaltung für Sovaldi® hatte auch international Kontroversen ausgelöst. So wurde die Belastung für die Solidargemeinschaft intensiv diskutiert. Dem Hersteller eines neuen Arzneimittels wird derzeit freie Preisgestaltung innerhalb der ersten zwölf Monate nach Markteinführung zugebilligt. Gilead hatte mit Sovaldi-Kosten für eine Tablette in Höhe von etwa 700 Euro für Furore gesorgt und die Preise im Hepatitis-C-Markt auf ein bislang beispielsloses Niveau angehoben. In Deutschland werden immer mehr Stimmen laut, die den Missbrauch der freien Preisbildung anprangern und notwendige Korrekturen anmahnen. Der GKV-Spitzenverband fordert daher die Rückwirkung des nutzenbasierten Erstattungsbetrages ab dem ersten Tag.

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