Pflegebedürftigkeit

Seit Jahresbeginn 2017 gelten ein neuer Begriff der Pflegebedürftigkeit und ein neues Begutachtungsinstrument für die Ermittlung der Pflegebedürftigkeit. Es bildet das Fundament einer neuen Philosophie der Begutachtung. Im Mittelpunkt steht der Mensch mit seinen noch vorhandenen Fähigkeiten.

Bei der Beurteilung der Pflegebedürftigkeit geht es um die Frage, wie gut jemand den Alltag allein bewältigen kann und wobei er Unterstützung benötigt. Der Grad der Selbstständigkeit steht im Fokus, dabei fließen alle Problemlagen in die Bewertung ein: Neben physischen finden nun auch kognitive, psychische und soziale Problemlagen Berücksichtigung. Der Zeitaufwand bei der Pflege, der bisher für die Beurteilung der Pflegebedürftigkeit entscheidend war, rückt in den Hintergrund. Auch spielt es keine Rolle mehr, ob die zu bewertende Aktivität, zum Beispiel das Treppensteigen, tatsächlich zu bewältigen ist. Erschwernisfaktoren oder konkrete Bedingungen im Wohnumfeld sind unerheblich. Das Ausmaß der Pflegebedürftigkeit spiegelt sich in fünf Pflegegraden wider. Dabei gilt: Je höher der Pflegegrad, desto mehr ist der Mensch in seiner Selbstständigkeit eingeschränkt.

Sechs Module erfassen das Gesamtbild

Module Übersicht Module Übersicht

Für die Bestimmung des Pflegegrades werden die individuellen Fähigkeiten in sechs Lebensbereichen betrachtet und mit Punkten bewertet.
 

Regelungen für:

Darüber hinaus werden im Rahmen der Begutachtung noch "Außerhäusliche Aktivitäten" der Pflegebedürftigen und die "Haushaltsführung" erfasst. Die Informationen aus beiden Bereichen fließen zwar in die Berechnung des Pflegegrades nicht mit ein, sie sind aber wichtig, um die Versorgung des Pflegebedürftigen zu organisieren. Die erhobenen Informationen zu den beiden Bereichen helfen in der Pflegeberatung, den Hilfebedarf anzupassen und die Pflege besser zu planen.
 

 

Broschüre "Pflege neu Verhandeln"

Broschüre - Pfelge neu verhandeln - Cover

Mit der Neudefinition des Pflegebedürftigkeitsbegriffes hat sich der Blick auf die pflegerischen Aufgaben grundlegend geändert. Jetzt liegt der Fokus auf dem, was der Pflegebedürftige noch kann und was durch entsprechende pflegerische Maßnahmen erhalten bleiben soll. Mit der neuen Broschüre will die AOK deshalb die eigenen Pflegeberater, aber auch Pflegeprofis und Betroffene für die neue Situation und sich daraus ergebende Konsequenzen sensibilisieren. Eine Checkliste für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen dient dazu, sich mit der bisherigen Pflegesituation auseinanderzusetzen – Grundvoraussetzung für einen späteren Aushandlungsprozess mit dem Pflegeanbieter.

Die Broschüre "Pflege neu verhandeln" zum Herunterladen

 

Broschüre "Selbstständigkeit im Blick"

Broschüre Selbstständigkeit im Blick Titel

Das neue Begutachtungsinstrument schafft die Grundlagen dafür, dass alle Pflegebedürftigen einen gleichberechtigten Zugang zu den Leistungen der Pflegeversicherung erhalten. In der Broschüre "Selbstständigkeit im Blick" stellt die AOK die neue Philosophie der Begutachtung vor und erläutert, wie das dazugehörige Instrument funktioniert.

Pflegegrade-Broschüre 2015

 

Lernprogramm zur Pflegebegutachtung

Quickcheck Pflegebegutachtung

In einem Lernprogramm stellt der AOK-Bundesverband das neue Begutachtungsinstrument vor. Mithilfe eines webbasierten Quickchecks können Pflegekräfte, Pflegeberater und Sozialarbeiter die neue Systematik erlernen und trainieren. 

Zum Quickcheck Pflegebegutachtung


 

 

Fragen- und Antworten zum zweiten Pflegestärkungsgesetz

Der Fragen- und Antwortenkatalog hält viele Hintergrundinformationen und Hinweise zur praktsichen Umsetzung des PSG II bereit.

Zum FAQ-PSG II
 

 

Begutachtungsrichtlinie

Die Begutachtungs-Richtlinie (BRi) zum neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff nach SGB XI hat zum 1. Januar 2017 die bis dato gültigen Regeln ablöst. Die Richtlinie wurde vom GKV-Spitzenverband unter Beteiligung der zuständigen Fach- und Interessensverbände am 15. April 2016 beschlossen und nach Genehmigung durch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) im Juli 2016 veröffentlicht.

Begutachtungs-Richtlinie
gültig seit 01.01.17