Planungsrelevante Qualitätsindikatoren

Mit dem Krankenhausstrukturgesetz erhielt der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) den Auftrag, den für die Krankenhausplanung zuständigen Landesbehörden die planungsrelevanten Qualitätsindikatoren als Empfehlungen zu übermitteln. Die Qualität der Versorgung wurde damit als Kriterium bei der Krankenhausplanung und -vergütung eingeführt. Schlechte Qualität soll künftig planungsrechtliche Konsequenzen haben und kann über die Aufnahme oder den Verbleib einer Klinik oder einer Fachabteilung im Krankenhausplan des jeweiligen Bundeslandes entscheiden.

  • Richtlinie zu planungsrelevanten Qualitätsindikatoren (plan. QI-RL)

    Die ersten Qualitätsindikatoren, die künftig für die Krankenhausplanung relevant sein werden, betreffen die Leistungsbereiche gynäkologische Operationen, Geburtshilfe und Mammachirurgie. Die dazu erforderliche Datenerhebung sowie das Verfahren zur Ermittlung der Qualitätsergebnisse regelt die neue Richtlinie "plan. QI-RL".

    Weitere Informationen zur Richtlinie "plan. QI-RL"
  • Indikatoren

    Das Institut für Qualität und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) hat die planungsrelevanten Qualitätsindikatoren aus der externen stationären Qualitätssicherung ausgewählt. Maßgeblich für die Auswahl war das Potenzial eines Indikators, Patientengefährdung belastbar zu messen.

    Frauenheilkunde und Geburtshilfe
    1. Gynäkologische Operationen:
    • QI-ID 10211: Vollständige Entfernung des Ovars oder der Adnexe ohne pathologischen Befund
    • QI-ID 12874: Fehlende Histologie nach isoliertem Ovareingriff mit Gewebsentfernung
    • QI-ID 51906: Verhältnis der beobachteten zur erwarteten Rate (O/E) an Organverletzungen bei laparoskopischer Operation

    2. Geburtshilfe:
    • QI-ID 318: Anwesenheit eines Pädiaters bei Frühgeburten
    • QI 330: Antenatale Kortikosteroidtherapie bei Frühgeburten mit einem präpartalen sta-tionären Aufenthalt von mindestens zwei Kalendertagen
    • QI-ID 1058: E-E-Zeit bei Notfallkaiserschnitt über 20 Minuten
    • QI-ID 50045: Perioperative Antibiotikaprophylaxe bei Kaiserschnittentbindung
    • QI-ID 51803: Qualitätsindex zum kritischen Outcome bei Reifgeborenen

    Mammachirurgie
    • QI-ID 2163: Primäre Axilladissektion bei DCIS
    • QI-ID 52279: Intraoperative Präparatradiografie oder intraoperative Präparatsonografie bei sonografischer Drahtmarkierung
    • QI-ID 52330: Intraoperative Präparatradiografie oder intraoperative Präparatsonografie bei mammografischer Drahtmarkierung


    Zum Abschlussbericht des IQTIG über die Auswahl und Umsetzung von planungsrelevanten Indikatoren PDF, Stand: 31.08.16)

    Liste der Qualitätsindikatoren
  • Datenlieferung und -validierung

    Die Daten zu den planungsrelevanten Qualitätsindikatoren sind erstmalig zum 15. Mai 2017 fällig. Vorgesehen ist, dass die Krankenhäuser die Daten quartalsweise an die jeweiligen Landesgeschäftsstellen für Qualitätssicherung übermitteln. Diese leiten sie an das IQTIG weiter. Das Institut wertet die Daten aus und fasst die Ergebnisse für jedes einzelne Krankenhaus jährlich in einem Abschlussbericht zusammen, den es dem GBA übergibt. Bei der Bewertung der einrichtungsbezogenen Qualitätsergebnisse bekommt das IQTIG Unterstützung von Fachkommissionen, die auf einzelne Leistungsbereiche spezialisiert sind.

    Stellt das IQTIG Auffälligkeiten bei einem Krankenhaus fest, so sollen im ersten Schritt die Ergebnisse in einem stringenten Verfahren validiert und gegebenenfalls neu berechnet werden. Bleiben die Auffälligkeiten bestehen, so erhält das betroffene Haus die Möglichkeit, hierzu Stellung zu nehmen, bevor die endgültigen Ergebnisse an den GBA und danach an die Planungsbehörden der Länder gehen.
  • Ergebnisse

    Im zweiten Bericht über planungsrelevante Qualitätsindikatoren dokumentieren die Fachkommissionen und das Institut für Qualitätssicherung und Transparenz (IQTIG) in 66 Bereichen an 62 Standorten Hinweise auf „unzureichende Qualität“. Der Auswertung lagen die Daten von 1063 Krankenhäusern des Jahres 2018 zugrunde. Den ersten Bericht über einrichtungsbezogene Auswertungsergebnisse des Jahres 2017 hat der GBA im Oktober 2018 veröffentlicht. Infolge der kontroversen Diskussionen hat der G-BA die Ergebnisse überprüft und einige redaktionelle Änderungen vorgenommen. Die Auswertung bestätigte sich.