Neuerungen im DMP Brustkrebs ab 1. Oktober 2018 in Kraft

Mit Beschluss vom 20. April 2017 hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) eine Änderung der DMP-Anforderungen-Richtlinie (DMP-A-RL) für das DMP Brustkrebs beschlossen. Damit gehen zahlreiche Änderungen in den Rahmenbedingungen, medizinischen Inhalten und Qualitätszielen des Programms einher. Die DMP-Vertragspartner in Niedersachsen müssen die Änderungen innerhalb eines Jahres zum 1. Oktober 2018 in den Verträgen umsetzen und beim Bundesversicherungsamt einreichen.
 

Medizinische Anforderungen umfassend aktualisiert

Wichtigste Neuerung im Programm ist die Fokussierung der Nachsorge von Patientinnen. Der koordinierende Arzt soll zukünftig stärker auf die langfristigen Neben- und Folgewirkungen  der Therapie (z. B. Herzinsuffizienz oder Osteoporose) achten und die Motivation der Patientinnen stärken. Weiter sollen die Ärzte umfassend zu den Themen Fertilität und Kinderwunsch beraten, psychosomatische und psychosoziale Probleme explorieren und zu körperlichem Training motivieren. Die AOK bietet erneut eine Arzt-Information an, die alle relevanten Änderungen im DMP Brustkrebs zusammenfasst.

 

Wichtig: Update der Praxis-Software zum 1. Oktober 2018

Aus der Überarbeitung des Programms ergibt sich auch eine Neugestaltung der Qualitätsziele und der Behandlungsdokumentation. Um auch weiterhin plausible Dokumentationen erstellen zu können, müssen die Arztpraxen zum 1. Oktober daher ein Update ihrer Praxis-Software durchführen.

 

Mindestintervalle für die Behandlungsdokumentation

Die Mindestintervalle für die Erstellung der Behandlungsdokumentation sind in den ersten fünf Jahren der Erkrankung jedes 2. Quartal und ab dem sechsten Jahr nach Primärtumor ohne Rezidive/ Fernmetastasen mindestens jedes 4. Quartal. Treten Rezidive oder Fernmetastasen auf, bleibt es beim halbjährlichen Dokumentationsintervall.

 

Anpassung der Vergütung

Im Rahmen der Vertragsverhandlungen mit der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen und der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft wurde für die am DMP Brustkrebs teilnehmenden Ärzte und Krankenhäuser eine Verbesserung der Vergütung vereinbart:

  • Anhebung der Erstberatung im Rahmen der Einschreibung (GONr. 99534) auf 12,00 Euro. Diese Pauschale ist zukünftig auch für Krankenhäuser abrechenbar.

  • Ausweitung der vier „ergänzenden Patientinnenberatungen“ auf neun „onkologische Nachsorgegespräche“ (GONr. 99536). Die Nachsorgegespräche sind in den Jahren 2 bis 10 der Einschreibung jeweils einmal im Kalenderjahr i. H. v. 12,00 Euro abrechenbar.

  • Anhebung der Qualitätssicherungspauschale (GONr. 99535) auf 11,00 Euro. Die Pauschale wird in den ersten fünf Jahren der Einschreibung gezahlt.

Bisher laufende Teilnahmen von Ärzten und Versicherten bleiben von der Aktualisierung unberührt und laufen automatisch weiter.

Hinweis: Maximale Teilnahmedauer am DMP beträgt 10 Jahre nach Rezidivfreiheit

Bereits mit Inkrafttreten des Beschlusses zum 1. Oktober 2017 wurde die maximale Teilnahmedauer der Patientinnen von 5,5 auf 10 Jahre Rezidivfreiheit nach histologischer Sicherung des Primärtumors verlängert. Hierüber haben wir die niedersächsischen Arztpraxen und die Patientinnen bereits informiert.

Den aktualisierten DMP-Vertrag finden Sie hier im Gesundheitspartnerportal.